Gerechtigkeit in der Gesellschaft und in der Seele

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Gerechtigkeit in einer Gesellschaft kann es nur geben kann, wenn die Gerechtigkeit sich in den Seelen der Menschen wiederfindet. Das aber heißt harmonische, schöne Seelen, in der die drei Teile derselben – Logos, Thymos, Eros – sich in einem ausgewogenen Verhältnis befinden und alle drei gut entwickelt sind, keiner die anderen vollkommen dominiert und keiner von ihnen völlig verkümmert ist.

„Das beste bei Freud finden Sie schon bei Platon“ meinte Jean-Paul Sartre einmal und ich glaube, dass er damit Recht hatte. Der moderne gebildete Europäer, Nordamerikaner oder Australier kennt Freuds Seelenmodell mit den drei Instanzen 1. Es, 2. Ich, 3. Über-Ich, er kennt aber nicht mehr das platonsiche Modell, welches dem freudschen in vielem überlegen ist und oftmals eine viel größere Erklärungskraft besitzt.

Platon wusste, was viele, deren Blick sich in Äußerlichkeiten verliert, längst vergessen haben: dass es Gerechtigkeit in einer Gesellschaft nur geben kann, wenn die Gerechtigkeit sich in den Seelen der Menschen wiederfindet. Das aber heißt ausgewogene, harmonische, ja, schöne Seelen, in der die drei Teile derselben – 1. Logos (subjektive Vernunftfähigkeit, Denk- und Urteilsvemögen), 2. Thymos (Mut, Tapferkeit, Selbstbehauptungswille, Stolz, Ehrgeiz, Gerechtigkeitssinn) und 3. Eros (Begierde, Konsumorientierung) – sich in einem ausgewogenen, harmonischen Verhältnis befinden und alle drei Instanzen gut entwickelt sind, keiner die anderen vollkommen dominiert und keiner von ihnen völlig verkümmert ist.

Eine Gesellschaft aber, in welcher bei der Mehrzahl der Menschen, ein Teil der Seele verkümmert ist, wie bei uns der thymotische und in islamsichen Gesellschaften der Logos bei enorm mächtigem Thymos (immer sofort gekränkt und beleidigt, immer sofort im Stolz gekränkt – thymotische Fehlsteuerung, weil der Logos vollkommen unterentwickelt ist), eine solche Gesellschaft wird insgesamt krank und ungerecht.

Die Gerechtigkeit lässt sich aber nicht – das verstehen leider so wenige – rein über das Äußere herstellen. Die Gerechtigkeit muss fundiert sein in der Gerechtigkeit des Einzelnen, in der Gerechtigkeit in seiner Seele. Das aber heißt nichts anderes als: innere Harmonie und innere Schönheit. Das Innere und Äußere bedingen einander und sind in ständiger Wechselwirkung. Damit ist klar, wo wir ansetzen müssen, wenn wir unsere kranke Gesellschaft nachhaltig heilen wollen: nicht nur im Äußeren, sondern auch im Innern.

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Warum Sie mit psychopathologisch gestörten grün-linken Gutmenschen nicht diskutieren sollten

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Eine offene und ehrliche Diskussion setzt voraus, dass beide sich von besseren Argumenten und Fakten potentiell überzeugen lassen. Ansonsten hat die Diskussion ja gar keinen Sinn. Sie setzt die Bereitschaft zum Denken, zur kritischen Überprüfung der eigenen Position und den gemeinsamen Willen zur Wahrheitsfindung voraus. Genau dazu sind psychopathologisch gestörte Gutmenschen aber nicht fähig.

Normalerweise liegt es mir vollkommen fern, Menschen zu pathologisieren. Damit sollte man äußerst vorsichtig sein und wenn immer möglich davon absehen. In diesem speziellen Fall erscheint es mir aber notwendig, da ansonsten nicht verständlich wird, was in nahezu allen westlichen Gesellschaften seit einigen Jahrzehnten so gewaltig schief läuft. Und da ich hier keine Einzelpersonen anspreche respektive diagnostiziere, sondern ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, möchte ich mir heute diese Freiheit nehmen, von meinem Grundsatz ausnahmsweise abzurücken.

Grün-linke Gutmenschen sind – und ich sage das nicht einfach so dahin – krank. Nicht körperlich, sondern geistig-psychisch. Daher ist es auch weder sinnvoll noch empfehlenswert, sich auf größere Diskussionen mit ihnen einzulassen. Warum nicht?

Eine offene und ehrliche Diskussion setzt voraus, dass beide sich von besseren Argumenten und Fakten potentiell überzeugen lassen. Ansonsten hat die Diskussion ja gar keinen Sinn. Sie setzt die Bereitschaft zum Denken, zum Nachdenken, zur kritischen Überprüfung der eigenen Position und den gemeinsamen Willen zur Wahrheitsfindung voraus. Andernfalls sind es reine Machtkämpfe, in denen der Eine sich selbst, dem Anderen und Umstehenden seine Überlegenheit demonstrieren und sich mit allen Mitteln durchzusetzen versucht.

Ersteres funktioniert bei psychopathologisch gestörten Gutmenschen aber nicht. Sie haben sich partiell von der Realität abgekoppelt und schweben in einer Welt des Wunschdenkens, genauer: der Illusionen, der Negation jeglicher Negationen, was natürlich ein Widerspruch in sich ist, dessen sie aber wiederum nicht gewahr werden, weil sie nicht kritisch denken, vor allem sich selbst nicht reflektieren können.

Sie können Differenzierungen und Bewertungen von Menschen, die immer auch mit Negationen einhergehen, auch solche rein sachlicher Art, innerlich nicht ertragen, weil sie rein gefühlsgesteuert agieren und ihnen die Vorstellung, dass Menschen unterschiedlich, auch für die Gesellschaft unterschiedlich wertvoll, ja, viele sogar schädlich sind, unangenehme Gefühle bereitet und dies für sie der höchste und im Grunde einzige Maßstab ist, wie sich etwas anfühlt. Ganz wie beim Tier oder beim Kleinkind.

Grün-linke Gutmenschen meinen, wenn sie die Vorstellung unterschiedlicher Bewertungen, damit auch der Wertigkeit, mithin das Negieren von etwas zulassen, dass dann das Negative in sie hinein käme und da dies ihr Harmoniebedürfnis und ihr Bedürfnis mit allem verbunden, mit allem eins zu sein (Verschmelzungssehnsucht) und ihr Bedürfnis, das eigene Ich aufzulösen, konterkariert, lehnen sie dies ab, was natürlich wiederum eine Negation darstellt, die ihnen aber nicht bewusst wird, da sie nicht denken, sondern primär fühlen.

Dem liegt ein tief gestörtes Verhältnis zum eigenen Ich, welches sich allererst aus Abgrenzung konstituiert und entwickelt, dem liegt Angst vor Bewertung, vor dem Gefühl der Minderwertigkeit sowie Realitätsverlust  zu Grunde und schwere Traumatisierungen, die nie verarbeitet wurden, sowie die völlige Unfähigkeit der kritischen Selbstreflexion.

Mit derart gestörten Personen sollte man nicht großartig diskutieren. Man muss sie behandeln. Aber das müssen spezialisierte Fachärzte machen. Dies würde wiederum voraussetzen, dass die davon Betroffenen ihre Krankheit selbst erkennen und vor sich selbst eingestehen. Einem Alkoholiker kann man nur helfen, wenn er sich a) eingesteht, ein solcher zu sein, und b) die Bereitschaft und den festen Willen aufbringt, das ändern zu wollen, was alles andere als leicht ist.

Da dies bei den psychisch gestörten Gutmenschen fast nie der Fall ist – sie halten sich ja für gesund und die anderen für böse, zeichnen sich regelrechte Feindbilder (alle, die ihre Negation aller Negationen nicht teilen) – kann ihnen wahrscheinlich nicht geholfen werden, zumal wenn sie auch noch in der Mehrheit sind und sich permanent ihrer selbst gegenseitig versichern und sich so immer tiefer in die Pathologie hineintreiben. Ein Ausbrechen aus dieser Spirale wird in den meisten Fällen kaum möglich sein.

Mit ihnen diskutieren, ist daher sinnlos und wenn man sie argumentativ aushebelt und sie der Argumentation folgen können, was allerdings fast nie der Fall ist, da sie das Denken a priori und per se abwerten, da sie es nicht so gut können, dann schotten sie sich von einem ab, weil das ihr von der Realität partiell losgelöstes Konstrukt stören, sie in ein inneres Ungleichgewicht (kognitive Dissonanzen) bringen würde, was unangenehme Gefühle verursacht und genau die versuchen sie ja rund um die Uhr zu vermeiden.

Da sie rein gefühlsgesteuert sind und angenehme Gefühle zum absoluten Maßstab ihres eigenen wie jedes anderen Daseins erheben, wollen sie dem, wenn immer möglich, aus dem Weg gehen. Dadurch stagnieren sie natürlich kognitiv und überhaupt seelisch, bleiben bis zu ihrem Tode im Grunde auf dem personal-psychisch-emotionalen Niveau von Kleinkindern. Insofern könnte man auch von einem chronischen Infantilitätssyndrom sprechen.

Und mit Kleinkindern kann man nicht auf Augenhöhe diskutieren. Man muss sich um sie kümmern und für sie sorgen, ihnen die Welt erklären, was aber voraussetzt, dass sie zuhören und lernen wollen. Bei kleinen Kindern ist das nahezu immer der Fall. Sie sind geradezu lern- und wissbegierig und dankbar für Anstöße und Erklärungen. Wenn sie auf kognitive Dissonanzen stoßen, bauen sie ihr Weltbild so lange um, bis es wieder zur Realität passt. Jean Piaget, der Vater der Entwicklungspsychologie, nannte diesen Vorgang: Akkomodation. Kinder passen also ihr Inneres, ihre Vorstellungswelt immer mehr der Realität, der tatsächlichen Welt an, so dass eine innere Entwicklung stattfindet, sowohl kognitiv wie auch emotional.

Genau das wollen die psychopathologisch gestörten Erwachsenen, die übrigens unsere Gesellschaft inzwischen weitgehend dominieren, aber nicht. Jemand, der nicht dazulernen will, der „so bleiben will, wie er ist“, ist geistig-seelisch im Grunde schon tot. Und mit so jemand diskutieren zu wollen, ist vergebliche Liebesmüh.

Schonen Sie also bitte Ihre Nerven und tun Sie es nicht. Reden Sie lieber mit denen, die geistig offen, die – abgesehen von kleinen psychischen Störungen, die wir wohl alle haben – innerlich weitgehend gesund sind. Das ist a) befriedigender für einen selbst und b) kann man so etwas Positives bewirken, indem man gegenseitig voneinander lernt, so dass beide vorankommen und sich weiterentwickeln können, was wohl neben dem Genießen des Lebens und dem sich für eine bessere Welt einzusetzen eine weitere Sinndimension unseres Daseins darstellt und unserer Existenz mehr Tiefe verleihen kann.

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Dieser Essay erschien zuerst auf Tichys Einblick. Dort wurde er nach zwei Tagen von Roland Tichy gelöscht, nachdem über eine angedrohte Xing-Kündigungswelle enormer Druck auf ihn ausgeübt, später (nach der Löschung) sogar Morddrohungen gegen ihn und seine Familie ausgesprochen wurden. Zu diesem Zeitpunkt war der Text bereits etliche zigtausend-, wenn nicht hunderttausendfach gelesen und mehr als 11.000 mal mit „gefällt mir“ gewürdigt worden, war bereits einer der erfolgreichsten Artikel, die jemals auf Tichys Einblick publiziert wurden.

Anschließend wurde der Essay auf mehreren anderen Portalen veröffentlicht, insbesondere auf Philosophia perennis, auf Compact online, auf Saale Journal, auf Juwelen – Das Magazin und anderen. Allein auf Philosphia perennis hatte er dann nochmals über 40.000 Leser und mehrere tausend „gefällt mir“. In Kürze wird er evtl. auch in Printversion im Hintergrund-Verlag erscheinen, der eng mit der Gesellschaft für wissenschaftliche Aufklärung und Menschenrechte  zusammenarbeitet.

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Literaturempfehlungen

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Foto: Youtube-Scrennshot

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Wir sind als Lebewesen geboren, Menschen müssen wir erst werden.

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Wieviele Schwachköpfe und faschistoide Persönlichkeiten, wieviele Realitätsentrückte und psychopathologisch Gestörte, wieviele apolitische Egozentriker und Kleingeister kann eine freiheitliche, menschenrechtsbasierte Demokratie aushalten?

„Der freiheitliche, säkularisierte Staat lebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann. Das ist das große Wagnis, das er, um der Freiheit willen, eingegangen ist. Als freiheitlicher Staat kann er einerseits nur bestehen, wenn sich die Freiheit, die er seinen Bürgern gewährt, von innen her, aus der moralischen Substanz des Einzelnen und der Homogenität der Gesellschaft, reguliert. Anderseits kann er diese inneren Regulierungskräfte nicht von sich aus, das heißt mit den Mitteln des Rechtszwanges und autoritativen Gebots zu garantieren suchen, ohne seine Freiheitlichkeit aufzugeben und – auf säkularisierter Ebene – in jenen Totalitätsanspruch zurückzufallen, aus dem er in den konfessionellen Bürgerkriegen herausgeführt hat.“ – Ernst-Wolfgang Böckenförde: Staat, Gesellschaft, Freiheit. 1976, S. 60.

Aus dieser scheinbaren Aporie (Ausweglosigkeit) gibt es nur einen Ausweg: Erziehung. Doch das verstehen die oben als erste Genannten nicht. Der Mensch wird nicht als Mensch geboren, sondern er wird zum Menschen erst durch Erziehung. Und das heißt: a) Disziplinierung, b) Kultivierung, c) Zivilisierung und d) Moralisierung. Erziehung soll nicht nur zur Mündigkeit, sondern auch zur Moralität führen.

Und Erziehung ist in der letzten Stufe immer Selbsterziehung. Sie muss darauf abzielen, den jungen Menschen irgendwann in die Freiheit zu entlassen, ihn freiheitstauglich zu machen, ihn sukzessive zu befähigen, sich selbst weiter zu erziehen. Dazu muss von den Erwachsenen die Basis geschaffen werden. Fremderziehung bedeutet Führung in die Freiheit, das heißt aus sich selbst heraus.

„Wir sind als Lebewesen geboren, Menschen müssen wir erst werden.“ (Gabriel Marcel die kantianische pädagogische Theorie zusammenfassend)

Personen (Lebewesen) in eine freiheitliche, säkulare, menschenrechtsbasierte Demokratie aufzunehmen, die zuvor nicht von klein auf mindestens 20 Jahre entsprechend erzogen wurden, die nicht über die notwendige Kultiviertheit, Zivilisiertheit und Moralität verfügen, wird diese Demokratie als solche unweigerlich von innen heraus zerstören.

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Der Gutmensch ist weder gut noch ist er ein richtiger Mensch

Der Gutmensch ist weder gut noch ist er ein richtiger Mensch, da das, was den Menschen im Menschen neben seiner Phantasie und Kreativität, dem Schöpferischen und göttlichen Moment in uns, primär ausmacht, bei ihm völlig verkümmert ist: das Denk- und Urteilsvermögen – bezogen auf das Sein (Wahrheit) und auf das Sollen (Ethik) -, was uns ja gerade vom Tier unterscheidet, welches weder schöpferisch tätig wird (Kunst, Kultur erschaffen und tradieren), welches z.B. nicht von einer besseren Welt träumen und das vor allem keine abstrakten Denkvorgänge vollziehen kann und keinen Zugang hat zu ethischen Prinzipien, beispielsweise dem kategorischen Imperativ.

Der Gutmensch bewegt sich quasi in einem Zwischenstadium (rein beschreibende Seinsaussage), was aber nicht heißen soll, dass wir ihn nicht als Menschen behandeln sollen. Natürlich müssen wir das (wertende Sollenaussage, Werturteil), weil die Potenz zum Menschsein in ihm angelegt ist, was bereits ausreicht, um so behandelt zu werden, auch wenn das potentiell Angelegte noch nicht aktualisiert wurde. Alles andere widerspräche der Würde des Menschen, die bereits in der Potenz zum Menschsein, in der Potenz zur Selbstbestimmungsfähigkeit, zur Freiheit, zur inneren Autonomie, zur Mündigkeit und Emanzipation begründet liegt.

Das Ziel der Erziehung – die stets ein kontingentes Unterfangen darstellt, die also gelingen, die aber immer auch scheitern kann, siehe den Gutmenschen – ist: aus potentiellen Menschen Menschen zu machen. Vielleicht die edelste Aufgabe, die es überhaupt gibt.

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Woran erkennt man den geistigen und thymotischen Eunuchen?

I. Der Verlust des Begriffs des Feindes

Der geistig-thymotische Eunuch leugnet den Begriff der Feindschaft. Daher ist er auch unfähig, seinen Feind als solchen überhaupt auch nur zu erkennen. Er legt diesem, den er in seiner verkümmerten Weltsicht als Bruder wahrnimmt, seine Frau und seine Tochter hin und sagt zu ihm: „Du kannst mit ihnen machen, was du willst, denn du bist doch mein Bruder. Aber bitte bring uns nicht um. Wir sind doch so lieb zu dir.“

Eventuell kniet er sich auch selber hin, so dies gewünscht, und streckt seinem Feind, in dem er nur einen Bruder zu sehen imstande ist, seinen Hintern hin und lässt sich von ihm penetrieren, lässt sich demütigen, verzeiht aber dem ihn Demütigenden dies sofort wieder, da er seine Seele von bösen Gedanken und Emotionen freihalten und weil er die Konsequenzen dessen scheuen will, wenn er solche Gedanken und Emotionen in sich aufkommen ließe, da er dann zwangsläufig gegen seinen Peiniger opponieren müsste, wozu ihm Mut und Courage fehlen, da sein thymotischer Seelenteil (Selbstbewusstsein, Selbstbehauptungswille, Aufbegehren, Durchsetzungskraft, Mut, Courage, Ehre, Stolz, Tapferkeit, ein starkes Gerechtigkeitsempfinden …) völlig verkümmert ist.

II. Gibt es auch eunuchenhafte Gesellschaften?

Ja, die gibt es. Diese sind selbstredend dem Untergang geweiht. – Und welche sind hierfür am ehesten anfällig? – Am anfälligsten hierfür sind solche Gesellschaften, die a) sehr alt sind und b) mit hohem Frauenanteil respektive in denen Frauen über Gebühr Einfluss haben und mit ihrer Art zu denken und fühlen dominant sind. Genauer: Man müsste wohl eher von weibischen, nicht weiblichen, sondern weibischen Gesellschaften sprechen, alten weibischen Gesellschaften. Denn alte Frauen sind körperlich natürlich am wenigsten in der Lage, sich gegen einen Feind körperlich zu wehren. Also müssen sie andere Überlebensstrategien entwickeln. Bei alten, weibischen Gesellschaften übertragen die alten Frauen ihre Überlebensstrategien auf die Gesellschaft als Ganzes.

III. Die Christenmoral als zweite Quelle des Eunuchentums

Hinzu kommt eine zweite Quelle: die Christenmoral, die die westlichen Gesellschaften weitgehend durchdrungen und noch immer fest im Griff hat, auch 150 Jahre nach Gottes‘ Tod. Die Menschen glauben zwar oftmals nicht mehr an den Christengott, siehe z.B. die Grünen und die Linken, aber die Chirstenmoral sitzt teilweise noch immer ganz tief in den Seelen, vielleicht sogar tiefer denn je, abgesehen von den frühen Christen der ersten drei Jahrhunderte, die aber nur eine Sekte im römischen Imperium bildeten, wo andere die äußere Ordnung garantierten, so dass die Christen sich darinnen ein Nest bauen konnten.

Der sympathische Spinner aus Nazareth war ein radikaler Pazifist, der natürlich nur deshalb eine gewisse Zeit in Sicherheit überleben und predigen konnte, weil es die Römer waren, die die äußere Ordnung garantierten und weil diese hoch zivisilisierte Menschen waren für die damalige Zeit.

Ähnliches galt für den anderen sympathischen Spinner, den aus Indien. Dieser konnte mit seinem gewaltlosen Widerstand gegenüber dem britischen Empire nur deshalb reüssieren, weil er es bei der britischen Kolonialmacht mit hochzivilisierten Menschen zu tun hatte, die eher bereit waren, ein ganzes Imperium untergehen zu lassen, als den süßen kleinen Spinner umzubringen. Das übernahm dann kurze Zeit später, kaum waren die Briten fort, ein Hindu, der etwas weniger zivilisiert war als jene.

Da die Juden es im Dritten Reich mit Menschen zu tun hatten, die eigentlich auch hochzivilisiert waren, denen man jedoch in einem in dieser extremen Form einzigartigen Prozess die Zivilisation partiell ausgetrieben hat, klappte bei ihnen diese Form der Gewaltlosigkeit ganz und gar nicht. Seither haben die Juden gelernt und werden ähnliches wohl nie wieder zulassen respektive solches nie wieder mit sich machen lassen.

Solche Dinge zu reflektieren und diese Zusammenhänge zu sehen, lag natürlich vollkommen außerhalb des geistigen Horizonts des jüdischen sympathischen Spinners aus Nazareth, der seine Spinnereien dann über andere (Paulus, Petrus, die Apostel, später die Evangelisten …), Helfer und Helfeshelfer, über Jahrhunderte und Jahrtausende tief in unsere Seelen hineingebrannt hat, so dass diese Moral schon fast in unsere Gene Eingang gefunden hat und es für die meisten nicht einmal vorstellbar ist, dass es eine bessere als diese – zugegeben nicht schlechte – Christenmoral geben könnte.

Und diese Helfer und Helfeshelfer haben im Laufe der Jahrhunderte zugleich alle anderen kulturelle Strömungen und alle andere Wertvorstellungen entweder ausgelöscht oder aber usurpiert. So wurden alle thymotische Tugenden, die z.B. für die alten Griechen und deren einzigartige kulturelle Glanzzeit noch völlig selbstverständlich waren, systematisch zerstört oder zurechtgestutzt. Die Seelen der Menschen aber werden seither kleingehalten, teilweise sogar verhunzt, was insbesondere für die Mächtigen immer praktisch war,

denn wer wäre besser als Untertan geeignet als ein braver, fleißiger – (heutzutage auch konsumfreudiger) – gehorsamer Eunuch.

IV. Das islamische Geschäftsmodell par excellence: Lasst uns aus Menschen zuerst Sklaven und dann Eunuchen machen

Die Muslime haben es übrigens schon immer auf Europa abgesehen, fast seit Entstehen des Islams im 7. Jahrhundert. Schon früh versuchten sie, Europa in eine riesige Sklavenlieferzone zu verwandeln, so wie sie es in Afrika, Indien, Sibirien etc. über viele, viele Jahrhunderte taten. Weit über tausend Jahre (ca. 1300 J.) kannten sie im Grunde fast nur ein gesellschaftliches Geschäftsmodell: die Sklaverei. Inzwischen ist ihnen ein zweites quasi zufällig zugefallen: Öl und dessen Ausfuhr.

Die islamischen Gesellschaften haben nicht nur zig Millionen Menschen versklavt – weit mehr als alle anderen in der Menschheitsgeschichte! -, sie haben ihre Sklaven im Gegensatz zu anderen Kulturen zumeist auch kastriert. Dabei sind die meisten Kastrierten ob der brutalen Prozedur sofort verstorben. Hier wurden also etliche verzögerte Völkermorde begangen, da ein Volk, das sich nicht mehr vermehren kann, natürlich unweigerlich ausstirbt. Die Muslime hielten sich zeitweise riesige Eunuchenheere, die sowohl einen essentiellen ökonomischen als auch einen Machtsicherungsfaktor darstellten.

V. Wenn europäischer Eros und muslimischer Thymos aufeinanderknallen

So sehen wir also heute den europäischen Menschen, a) mit einem extrem stark entwickelten unteren Seelenteil, dem Eros (Begehren, Konsumorientierung, alles sich lustvoll einverleiben wollen), der von dem kapitalistischen System permanent angestachelt wird, b) einem völlig verkümmerten mittleren Seelenteil, dem Thymos, und c) einer immer schwächer werdenden oberen Seeleninstanz, dem Logos (Denk-, Urteils- und Erkenntnisvermögen), der lange Zeit – in der griechisch-römischen Antike und in der Neuzeit –  vor allem in Europa seine Heimstätte, quasi seinen ersten Wohnsitz hatte.

Dieser Europäer sieht sich nun einem in der Weltgeschichte nahezu einigartigen Massenansturm ausgesetzt von Menschen, deren Seelen zum Großteil völlig anders geformt sind. Der verkümmerte europäische Thymos wird hier konfrontiert mit einem unglaublich mächtigen muslimischen Thymos, der aber gepaart ist mit nahezu null Logos, insbesondere was die praktische Vernunft, die Ethik anbelangt.

Wenn die einzigartige europäische Kultur, die erste Heimstätte des Logos, diesen Ansturm überstehen und überleben will, so wird sie ihre thymotischen Tugenden neu entwickeln und entfachen müssen.

Genau dies dürfte aber in den hegemonialen Schaltzentralen nicht unbedingt gewollt sein, denn solche Menschen, die sowohl mit einem starken Logos als auch einem starken Thymos ausgestattet sind, sind kaum zu steuern und kaum zu manipulieren. Sie sind – aus Sicht des Hegemons – gefährlich. Was würde also ein freier Mann mit einem starken Logos und einem ebensolchen Thymos seinen Schwestern und Brüdern, deren Seele ähnlich geformt, zurufen?

Lasst uns nicht zahm und brav, lasst uns denen, die uns klein halten und austauschen wollen, gefährlich sein! – Denn wenn eine Regierung das eigene Volk austauschen will, dann muss dieses Volk seine Regierung austauschen.

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Steht Merkels Rücktritt kurz bevor?

 

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Sigmar Gabriels Rücktritt kam für viele von uns sehr überraschend. Seither geht es mit der SPD steil nach oben. Doch dieses Umfragehoch ist in Wahrheit nicht die Stärke der SPD, sondern die Schwäche der CDU. Diese ist geistig-moralisch am Ende und die Leute spüren das immer mehr. Sie haben genug von der ewigen Kanzlerin und den ihr blind folgenden Getreuen. Doch wie kann Deutschland sich von Merkel befreien, ohne vom Regen in die Traufe (Rot-Rot-Grün) zu gelangen?

I. Größtmögliche Demütigung bei der Bundespräsidentenwahl

Am 12. Februar haben die Unionspolitiker einen Sozi zum Bundespräsidenten gewählt, einen Mann, der vor acht Jahren noch Merkels Gegenkandidat als Kanzler war, der nicht nur krachend verlor, sondern mit 23 Prozent das schlechteste Ergebnis aller Zeiten für die SPD erzielte. CDU/CSU wählten einen Sozi, der im ganzen Leben noch nie irgendeine demokratische Wahl gewonnen hat. Sie haben ihn schön brav gewählt, weil CDU/CSU nicht fähig waren, einen eigenen respektablen Kandidaten zu nominieren. Weil keiner, der gefragt wurde, bereit war, für CDU/CSU ins Rennen zu gehen. Was für eine Demütigung für die Union, die die meisten Wahlmänner stellte! Zeigt dies, wie es derzeit um die Schwesterparteien innerlich bestellt ist? Ist die Union im Grunde am Ende, will es aber selbst noch nicht wahrhaben?

CDU-Politiker wie Wolfgang Bosbach und Erika Steinbach haben sich längst zurückgezogen. Letztere ist sogar nach über 40 Jahren Parteizugehörigkeit aus der CDU ausgetreten und hat der von Merkel seit Jahren grünisierten CDU ein vernichtendes Urteil ausgestellt.

II. Das Trauerspiel bei der Verkündigung der gemeinsamen Spitzenkandidatur Merkels

Das Erschreckendste von allem war aber wohl der gemeinsame Auftritt von Angela Merkel und Horst Seehofer bei der Pressekonferenz am 6. Februar nach der Unions-Präsidiumssitzung. Ja, die CSU hat die CDU-Vorsitzende als gemeinsame Kanzlerkandidatin akzeptiert. Was sollte sie auch anderes tun? Aber wie sie es getan hat, das sagt unendlich viel über den Zustand der Union aus. Schauen Sie sich bitte diese beiden Gesichter an! Sehen so Sieger aus? Sehen so Menschen aus, die an das, was sie tun und an den Erfolg glauben? Sehen so Akteure aus, deren gemeinsames Agieren von gegenseitigem Vertrauen geprägt ist? Schauen Sie sich bitte diese Gesichter an!

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Oberstes Ziel für die Bundestagswahl, so Seehofer, sei es, dass die Union wieder als stärkste Fraktion in den Bundestag einziehe und weiterhin die Kanzlerin stelle. Klammer auf: Egal mit wem, also gerne auch mit den Grünen oder mit den Grünen und der FDP (Jamaika). Das vor kurzem noch ausgegebene Ziel von 40 Prozent + X korrigierte der CSU-Vorsitzende jetzt auf „näher bei 40 als bei 30 Prozent“ herunter, sprich auf mindestens 35 Prozent. Hier scheint also ein Stück weit Realitätssinn eingekehrt zu sein.

Dies sah vor eineinhalb Jahren, vor der Anordnung der Preisgabe der deutschen Grenzen durch die Kanzlerin herself, noch völlig anders aus. Im August 2015 standen CDU/CSU bei 43 Prozent. Im Februar 2017 steht die Union bei sämtlichen Umfrageinstituten gerade noch bei 30 bis 34 Prozent und droht sogar unter 30 Prozent abzurutschen und hinter die SPD zurückzufallen. Dabei lagen die Sozis vor eineinhalb Jahren fast 20 Prozent hinter der Union und selbst im Januar teilweise noch 17 bis 18 Prozent. Was passiert, wenn diese Einbrüche vor allem der CDU in der Wählergunst sich in den nächsten Monaten fortsetzen sollten?

III. Die Stärke der SPD ist in Wahrheit die Schwachheit der Union

Machen wir uns nichts vor, die Union ist geistig-moralisch am Ende und die Leute spüren das immer mehr. Das derzeitige Umfragehoch der SPD ist in Wahrheit nicht die Stärke dieser, sondern die Schwäche der CDU. Die Menschen haben mehrheitlich genug von Merkel und den ihr blind folgenden Getreuen, die gemeinsam Deutschland und Europa in eine schwere und tiefe Krise geführt haben. In der Not frisst der Teufel auch Fliegen (wählen die Leute sogar einen Martin Schulz, nur um Merkel endlich loszuwerden).

Horst Seehofer, der immer wieder viel Richtiges von sich gibt, der im Grunde eine sehr gute Politik macht, auch in der sogenannten „Flüchtlingskrise“ – gemeint ist die Massenimmigration von Menschen aus völlig anderen Kutlurkreisen mit völlig anderer Sozialisation, mit völlig anderen Moral- und Wertvorstellungen, völlig anderer Bildung, völlig anderer Arbeitsmoral – droht immer mehr zur Witzfigur zu werden, der von den Wählern primär als zahnloser Tiger wahrgenommen wird. Was sollen die Leute von einem Parteivorsitzenden denken, der ständig droht, aber nie zubeißt, der über die bayerische Staatskanzlei eigens ein umfangreiches, sehr fundiertes juristisches Gutachten erstellen lässt und dann nicht einmal den Mumm hat, damit vors Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Auf Twitter und anderswo kursieren längst Sprüche wie „der Bayer ohne Eier“. Keine gute Entwicklung! Weder für die Union noch für Deutschland, wenn die führenden Politiker immer weniger ernst genommen werden.

Natürlich sieht es mit der SPD nicht besser aus, im Gegenteil. Die Mehrheit der Menschen empfindet es wohl so, dass hier Not gegen Elend antritt. Mit der Nominierung von Martin Schulz zum Kanzlerkandidaten der SPD – zu dessen charakterlichen (Un-)Eignung ich mich schon geäußert habe, über dessen intellektuelle und politische (Un-)Eignung noch zu reden sein wird – hat sich aber etwas verändert. Im Tennis würde man sagen, das Momentum hat gewechselt und ist jetzt zumindest vorerst eindeutig auf Seiten der SPD. Dies zurückzugewinnen, wird für die Union alles andere als leicht werden. Mit eigener Stärke und Kompetenz wird dies kaum gelingen. Die einzige Chance wird wohl darin bestehen, Schulz völlig zu demontieren und zu entzaubern, was allerdings nicht allzu schwer fallen sollte.

IV. Mit dir gewinnen wir nicht, Angela

Was passieren könnte, wenn der Niedergang insbesondere der CDU sich fortsetzt, darüber hat Fritz Goergen auf Tichys Einblick kürzlich eine interessante These formuliert. Goergen beobachtet zunächst sehr fein: Die Frage der Fragen stellte Frau Maischberger Herrn Schäuble zum Schluss: 1998 haben Sie Helmut Kohl gesagt, mit Dir gewinnen wir nicht. Müssten Sie das Gleiche heute nicht Angela Merkel sagen?Und Goergen fährt fort: „Ich verfolge Maischberger und die anderen TV-Talk-Runden nur sporadisch. (…) Trotzdem behaupte ich, seit langem hat niemand dort eine bessere Frage gestellt.“

Hier scheint mir Maischberger den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Merkel, die im Grunde besser zu den Grünen passen würde – das trojanische Pferd, das von der CDU in ihre Stadtmauern hineingelassen wurde – ist am Ende und droht, die CDU und damit die Union insgesamt mit in den Abgrund zu ziehen. Daher das tiefe Zerwürfnis mit der CSU, insonderheit mit Seehofer, der das alles lange hat kommen sehen, der es abwenden wollte und nicht wusste wie respektive der angesichts der Kräfteverhältnisse zwischen CDU (über 25 Prozent) und CSU (6 – 7 Prozent) zu schwach war und ist, dem Einhalt zu gebieten.

V. Wie Merkel loswerden?

Somit stellt sich die Fragen aller Fragen für die Union und vielleicht auch für Deutschland: Wie Merkel loswerden? Warum das so schwierig ist, habe ich in meinem Essay „Die ewige Kanzlerin und die böse AfD“ versucht aufzuzeigen.

Goergen bringt nun aber eine interessante These ins Spiel, die ich gerne aufgreifen möchte. Was, wenn die kommenden drei Landtagswahlen – Ende März im Saarland, Anfang Mai in Schleswig Holstein und Mitte Mai in Nordrhein-Westfalen – für die CDU desaströs ausfallen? Könnte das nicht einen so großen Druck auf Merkel erzeugen, dass die Partei und sie selbst spüren, es hat mit ihr keinen Sinn mehr? Goergen meint, Schäuble stünde für diesen Fall bereits als Ersatzkanzler in Reserve. Ich gebe zu, mir gefällt dieser Gedanke und ich hatte einen ähnlichen schon vor vielen Monaten. Leider entwickelten sich die Dinge jedoch anders und die CDU konnte sich aus ihrem Tief vom Oktober wieder befreien. Doch schauen wir uns an, wie wahrscheinlich es ist, dass dieses Rücktritts-Szenarium noch vor der Bundestagswahl eintritt.

Von entscheidender Bedeutung könnten hier – wie schon so oft – die Landtagswahlen in NRW werden, in dem 18 Millionen-Bundesland (22 Prozent der Einwohner Deutschlands). Legen wir die Februarumfragen von Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) und Infratest dimap (WDR) sowie die aktuelle von Civey (Stand: 20.02.) zu Grunde, dann kommen wir in etwa zu folgendem Ergebnis:

Zu erwartende Gewinne/Verluste bei der Landtagswahl in NRW i.V.z. letzten Landtagswahl

  1. AfD: von 0 auf ca. 9 – 10 %, also plus 9 -10 %
  2. CDU: von 26,3 % auf ca. 30 – 32 %, also ca. plus 5 %
  3. Linke: von 2,5 % auf ca. 5 -6 %, also ca. plus 3 %
  4. FDP: von 8,6 % auf ca. 7 – 8 %, also ca. minus 1 %
  5. Sonstige: von 4,3 % auf 2 – 3 %, also ca. minus 1,5 %
  6. SPD: von 39,1 % auf ca. 35 – 37 %, also ca. minus 3 %
  7. Grüne: von 11,3 % auf ca. 7 – 8 %, also ca. minus 4 %
  8. Piraten: von 7,8 % auf 0 – 1 %, also ca. minus 7,5 %

Anhand dieser Zahlen wird schnell klar, der von Goergen wohl mehr herbeigesehnte Effekt, dass die CDU mit einer krachenden Niederlage aus der NRW-Wahl hervorgehen wird, dürfte kaum eintreten. Wir sehen hier wohl zwei gegenläufige Trends: a) das Erstarken der SPD im Bund (innerhalb weniger Wochen von 20 auf 30 Prozent) und b) angesichts der desaströsen rot-grünen Politik in NRW unter Hannelore Kraft eine schwächelnde SPD (und noch mehr schwächelnde Grüne) im Land.

Somit wird es aber auch unwahrscheinlich, dass die CDU sich nach der NRW-Wahl endlich von Merkel befreien kann. Rot-Grün werden zwar ihre Mehrheit verlieren, eventuell wird es nicht einmal für Rot-Rot-Grün ganz reichen, zumal wenn die Linke erneut an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert, und die CDU wird keine eigene Mehrheit mit der FDP zustande bringen, aber sie wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit gegenüber 2012 verbessern und nicht noch mehr verschlechtern. Das aber heißt, der Druck auf Merkel wird nicht genügend ansteigen. Zu der „Pyrrhusniederlage“ wird es wohl nicht kommen. Ein Rücktritt Merkels nach der NRW-Wahl ist also eher unwahrscheinlich.

VI. Ausblick

Wie es dennoch gelingen könnte, dass Deutschland sich von der am meisten überschätzten Person auf diesem Planeten befreien könnte, ohne dass wir vom Regen in die Traufe  gelangen (Rot-Rot-Grün), dazu in Kürze mehr.

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Dieser Artikel erschien auch auf Journalistenwatch und auf  The European – Das Debatten-Magazin

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Fotos: Screenshots aus youtube

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Katholisch.de-Chef beleidigt alle AfD-Wähler

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Steffen Zimmermann ist seines Zeichens der „Chef vom Dienst“ von katholisch.de. Katholisch.de ist das offizielle „Internetportal der katholischen Kirche in Deutschland“, eine Website, die von den deutschen Bischöfen mit 2 Millionen Euro Kirchensteuer subventioniert wird. Just dieser Steffen Zimmermann, der Chef vom Dienst von katholisch.de, hat nun anlässlich der Wahl des neuen Bundespräsidenten alle AfD-Mitglieder und -Wähler auf Twitter öffentlich aufs Übelste beleidigt. Wörtlich schreibt er:

„Diese hasserfüllte Frust-Truppe soll eine Alternative sein?  Vielleicht für Arschlöcher. Aber nicht für Deutschland.“

Auf diese unfassbare Frechheit antwortete Henning Hoffgaard von der AfD:

„Ist das jetzt die offizielle Position der katholischen Kirche? Hunderttausende AfD-Anhänger als ‚Arschlöcher‘ zu bezeichnen?“

(Anmerkung: Die AfD hat längst nicht nur hunderttausende Anhänger, sondern viele Millionen, steuert auf 10 Millionen zu.)

Kurze Zeit später war der Text von Steffen Zimmermann, dem Chef vom Dienst bei katholisch.de, nicht mehr auffindbar. Was war geschehen? Offensichtlich hatte er ob dieser und anderer kritischer Rückmeldungen und Rückfragen seinen  Twitter-Account schnell auf „geschützt“ umgestellt, so dass Außenstehende seine verbalen Entgleisungen nicht mehr sehen konnten.

Wie wir aber inzwischen fast alle wissen, vergisst das Netz nichts so einfach. Einige User hatten den Vorfall bereits dokumentiert und entsprechende Screenshots vom Tweet des Chefs vom Dienst von katholisch.de gesichert. Tja, dumm gelaufen, Steffen Zimmermann. Nicht nur bösartig, beleidigend und menschenverachtend agiert, sondern auch noch dämlich dazu.

Inzwischen scheint der feine Herr bei Twitter gar nicht mehr auffindbar. Es ist zu vermuten, dass er auf Grund dieser unsäglichen Peinlichkeit nicht nur für sich, sondern auch für die gesamte katholische Kirche, seinen Account komplett gelöscht hat. Der Chef vom Dienst, der gerne über andere hintenrum hetzt, ist plötzlich verschwunden.

Wenn die katholische Kirche es zulässt, dass in ihrem Namen oder von Führungspersonal aus den eigenen Reihen zigtausende AfD-Mitglieder  als „hasserfüllte Frust-Truppe“ (psycho-pathologische Projektion?) und Millionen von Wählern öffentlich als „Arschlöcher“ diffamiert werden, dann sollte man als Katholik daraus seine Konsequenzen ziehen!

Andersdenkende so auszugrenzen und zu stigmatisieren, auch noch genau die, die ohnehin schon gesellschaftlich verfolgt werden, hat mit „christlicher Nächstenliebe“ offensichtlich nicht das Geringste zu tun. Zeigen Sie bitte der katholischen Kirche, was Sie von solch einem Agieren halten!

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Foto: Screenshot aus Twitter

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