Megapanne und weitere Merkwürdigkeiten bei der 89. Oscar-Verleihung

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Diese Oscar-Verleihung wird in die Geschichte eingehen, denn so etwas gab es in der 88 Jahren zuvor noch nie. Alles war glatt gelaufen, ohne jede Panne bis zur letzten Preisverleihung, dem Höhepunkt: der Auszeichnung des besten Films des Jahres. Doch dann geschah Unglaubliches.

Warren Beatty und Faye Dunaway, die einst vor 50 Jahren zusammen das legendäre Gangsterpärchen Bonnie and Clyde darstellten, sollten dieses Jahr den wichtigsten Filmpreis überhaupt übergeben, den Oscar für den besten Film des Jahres. Es sollte Warren Beatty sein, der das Kuvert öffnen durfte. Dieser nahm den Zettel heraus, schaute darauf, verkündete aber nicht den Gewinner, sondern schaute nochmals ins Kuvert, ob da vielleicht noch ein anderer Zettel wäre, zögerte und zögerte. Man hatte den Eindruck,  er wolle ein wenig Spaß machen und noch mehr Spannung aufbauen. Doch der Grund für seine Zurückhaltung war ein ganz anderer, wie sich später herausstellen sollte.

Warum liest Warren Beatty den Sieger nicht vor?

Beatty wollte und wollte den Sieger nicht verkünden, schaute immer wieder auf den Zettel und schob ihn schließlich seiner Partnerin Faye Dunaway hin. Die rief dann das Musical „La La Land“ zum Film des Jahres aus, welches insgesamt 14-fach nominiert war und bereits sechs Oscars erhalten hatte, darunter für die beste Regie und die beste weibliche Hauptrolle. Man war über diesen siebten Preis also nicht unbedingt überrascht, zumal das Musical ohnehin als Top-Favorit auch für den Film des Jahres galt.

Doch nicht La La Land!

Die Filmcrew von „La La Land“, freute sich riesig, man umarmte sich und kam schließlich auf die Bühne, hielt die Dankes-Reden. Die Minuten vergingen. Inzwischen war schon der dritte Redner am Mikrophon, als plötzlich die La La Land-Produzenten selbst die Dankes-Reden ihrer Mitstreiter unterbrachen und sagten, sie seien gar nicht der Gewinner. Der beste Film sei „Moonlight“, der die Geschichte eines jungen, homosexuellen, afroamerikanischen Mannes erzählt. Dabei hielten sie einen anderen Zettel in die Kamera, auf dem als Film des Jahres tatsächlich „Moonlight“ stand. Nun war die Verwirrung groß und niemand wusste, was hier eigentlich los war. Was war geschehen?

Was war geschehen?

Man hatte Warren Beatty den falschen Umschlag gereicht, eine Kopie der Kategorie beste Hauptdarstellerin. Und auf seinem Zettel stand „Emma Stone – La La Land“. Deswegen hatte er so lange gezögert und traute sich nicht vorzulesen. Und Faye Dunaway schaute dann wohl nicht mehr so genau hin, da sie dachte, Beatty würde schon lange genug herumflachsen. Eine solchen Fauxpas hatte es bei der größten Show der Welt wohl noch nie gegeben und nicht wenige waren peinlich berührt.

Was für ein Schock für die La La Land-Crew

Wie sich das für die Nun-doch-nicht-Gewinner von La La Land angefühlt haben mag, kann sich wohl jeder vorstellen. Sie hatten sich ja schon riesig gefreut, sich umarmt, waren auf die Bühne gekommen und hielten bereits ihres Dankes-Reden. Aber auch für die echten Gewinner dürfte sich dieses einmalige Prozedere äußerst seltsam angefühlt haben. Sie schauten auch alle eine ganze Weile ungläubig und irgendwie hatten wohl alle Angst, gleich könnte auch diese Entscheidung wieder revidiert werden.

Bester fremdsprachiger Film: Iran statt Deutschland

Doch das war nicht die einzige Merkwürdigkeit bei der Preisverleihung. Natürlich setzte es im linken Hollywood jede Menge Spitzen gegen Donald Trump. Das war zu erwarten. Auffällig aber, der deutsche Film „Tony Erdmann“, der in der Kategorie „bester fremdsprachiger Film“ sehr hoch gehandelt wurde und extrem gut sein soll, ging leer aus. Stattdessen gewann der iranische Film „The Salesman“, dessen Regisseur aus Protest gegen Trumps Einreiseverbot für Muslime aus dem Iran nicht erschienen war. Ein politisches Signal Hollywoods statt rein künstlerischen Kriterien? Wollte man hier bewusst ein Zeichen gegen Trumps Politik und dessen Einreiseverbot für Muslime aus sieben Ländern, darunter der Iran, setzen?

Politische Signale statt künstlerischer Kriterien?

Und noch etwas fiel auf: Letztes Jahr wurde heftig kritisiert, dass die Weißen bei der Preisverleihung fast ganz unter sich blieben. In den letzten neun Jahren waren unter den 180 für einen Oscar nominierten Schauspielern nur 13 Schwarze (7 Prozent). In den letzten beiden Jahren sogar kein einziger. Daraufhin gab es heftige Proteste und die Jury wurde verändert. Es wurden verstärkt farbige Juroren neu aufgenommen. Und sieh da, die Nominierungen sahen dieses Jahr völlig anders aus. Unter den 20 nominierten Schauspielern waren nun gleich sechs Farbige (30 Prozent), mehr als jemals zuvor. Viel mehr als je zuvor!

Die Nacht der Schwarzen und der erste muslimische Oscarpreisträger

Und bei der Preisverleihung waren Farbige nun plötzlich auch ganz ungewöhnlich erfolgreich. Der Preis für den besten Film ging an „Moonlight“ von dem schwarzen Drehbuchautor und Regisseur Barry Jenkins, der zugleich auch noch den Oscar für das beste adaptierte Drehbuch erhielt. Außerdem ausgezeichnet wurde Viola Davis als beste Nebendarstellerin in „Fences“ und Mahershala Ali als bester Nebendarsteller wiederum in „Moonlight“. Mahershala Ali ist zugleich der erste Muslim, der jemals mit dem höchsten Filmpreis ausgezeichnet wurde.

Insgesamt wurden also auffallend viele Oscars an Farbige verliehen. Teilweise hatte man den Eindruck, die Hälfte der auf der Bühne Befindlichen seien Schwarze. Zufall oder ein weiteres politisches Signal? Dominiert die linke Politik nun sogar Preisverleihungen, bei denen es eigentlich nur um künstlerische Aspekte gehen sollte?

Hier das Video zur Megapanne bei der Oscar-Verleihung:

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Dieser Artikel erschien auch auf jounalistenwatch.

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Foto: Youtubescreenshot

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