Grenzen der Religion in einer freien Gesellschaft

Von Jürgen Fritz

Was ist der Unterschied zwischen Religiosität und Gottgläubigkeit? Wie unwahrscheinlich ist der eine und einzige Gott und wo sind die Grenzen der Religion in einer freien Gesellschaft?

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„Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich“, heißt es in Art. 4, Abs. 1 Grundgesetz. Doch was heißt „Glaube“ und „religiös“ überhaupt genau?

Religiös sein und an Götter glauben ist zweierlei

Nicht jeder, der an Götter glaubt, ist auch religiös. Es gibt z.B. deistische Positionen, die einen Schöpfergott annehmen, aber nicht glauben, daß dieser sich für seine Schöpfung interessiert respektive die nicht annehmen, dieser hätte die Möglichkeit, nochmal einzugreifen, nachdem der Schöpfungsakt vollzogen war. Wenn die Kugel mal rollt, dann rollt sie, wie beim Bowling, so diese Vorstellung.

Das entscheidende Kriterium für Religiosität ist nicht, ob man irgendwelche metaphysischen, transzendenten Wesenheiten oder Kräfte postuliert oder annimmt, sondern ob dies für das eigene Leben eine Rolle spielt, ob das Bedeutung hat für das eigene Dasein. Das unterscheidet den religiösen Glauben vom nichtreligiösen.

Religiöse Menschen räumen ihren Vorstellungen über ein angenommenes Jenseits eine Bedeutung, oftmals sogar eine zentrale Stellung in ihrem ganzen Sein und ihrem ihrem ganzen Denken und Urteilen ein. Genau das erst macht die Religiosität aus.

Aber nicht jeder, der religiös ist, glaubt an Götter. Man denke beispielsweise an bestimmte Formen des Buddhismus. Siehe das entscheidende Kriterium oben. Solche metaphysischen, transzendente Kräfte müssen keine personalisierten Götter sein. Es kann sich auch um abstrakte Dinge, Kräfte, Energien, Ideen oder was auch immer handeln, die aber für das eigene Leben als bedeutsam angesehen werden. Bisweilen wird an eine Wiedergeburt geglaubt, an Reinkarnation, an sich ständige wiederholende Kreisläufe, an eine Erlösung aus diesen, an ein Nirwana usw.

Entscheidend ist, dass immer ein irgendwie gerartetes Jenseits, eine Tranzsendenz, etwas Metaphysisches geglaubt wird, eine zweite, nicht direkt beobachtbare Welt, eine Welt 2, die aber Einfluss hat auf die Welt 1. Ich selbst würde mich z.B. als religiösen Atheisten bezeichnen. Ich glaube an eine Welt 2, glaube aber nicht an personenhafte Götter oder eine unsterbliche Seele. Ich bete auch, aber nicht zu einem Gott.

Die Unwahrscheinlichkeit von Göttern

Bei der Vorstellung, dass es personenhafte Götter gäbe, handelt es sich wohl um etwas naive Vorstellungen. Oft wird behauptet, man könne weder die Existenz von Gott noch seine Nichtexistenz beweisen. Das ist zwar richtig, aber hier wird das Entscheidende übersehen.

Zum einen kann man die Nichtexistenz von etwas nie beweisen. Wie sollte das gehen? Das ist logisch unmöglich. Es kann auch niemand beweisen, dass es keinen Elefanten gibt, der sich immer dann, wenn Bayern München ein Tor schießt, grün färbt und mit Überlichtgeschwindigkeit einmal um die Erde fliegt. Daran zu glauben, nur weil man die Nichtexistenz eines solchen Elefanten nicht beweisen kann, würde uns aber doch einigermaßen befremdlich erscheinen.

Alle Gottesbeweise, die man seit rund zweieinhalb Jahrtausenden versucht hat, waren nun aber fehlerhaft und konnten widerlegt werden. Und empirisch gibt es keinen einzigen Beleg für überirdische Wesen. Es konnte niemals zweifelsfrei ein solches Wesen von vielen oder allen beobachtet werden. Warum nicht?

Auf diese Schlüsselfrage gibt es keine halbwegs überzeugende Antwort: Wenn es solche Wesen tatsächlich gibt, warum zeigen sie sich nicht? Wenn wir ehrlich miteinander sind, müssen wir zugeben: Alle Antworten auf diese Frage klingen nüchtern betrachtet doch einigermaßen abstrus beziehungsweise extrem konstruiert. Manche Leute verdienen über Jahrzehnte ihren Lebensunterhalt damit, solche Antworten zu konstruieren und dann unter die Leute zu bringen. Und sie verdienen nicht mal schlecht.

Es gibt zwar gute Argumente für die Annahme, dass es doch einen Schöpfergott gibt, z.B. das ontologische oder das teleologische Argument. Bringt man aber alle Für und Wider in Anschlag, so ist die Argumentationslage nicht 50:50, sondern eher 80:20, wenn nicht sogar 90:10 gegen die Annahme von Göttern. Sehr gut nachzulesen bei Winfried Löffler, Peter Fischer, John Leslie Mackie oder Franz von Kutschera.

Die extreme Unwahrscheinlichkeit des einen und einzigen Gottes

Dass es genau einen Gott geben soll und nicht zwei, drei, fünf, zehn oder zwanzig, ist nochmals unwahrscheinlicher. Selbst wenn sich ein Gott zeigen würde, woher will man dann wissen, dass es nicht weitere gibt? Dass dieser angeblich eine und einzige Gott aber noch dazu genau so ist, wie ihn Juden, Christen oder Muslime begrifflich postulieren, diese Wahrscheinlichkeit ist nahe Null, zumindest sehr, sehr weit unter 1 Prozent.

Begrifflich fassen ist dabei etwas anderes als sich eine Vorstellung von Gott machen. Dies wird regelmäßig verwechselt. Begrifflich fassen heißt, Gott über seine Attribute zu beschreiben: allwissend, allmächtig, selbst nicht geschaffen, nur gut, größer als alles andere etc. Ohne solche Attribut wäre der Gottesbegriff vollkommen leer. Man würde gar nichts beschreiben, sondern nur eine Buchstabenkombination aussprechen. Die Attribute muss man sich dabei nicht bildlich vorstellen. Begriffliches Denken ist etwas anderes als bildhaftes Sichvorstellen. Dass man sich keine Vorstellung von Gott machen soll, ist ja gerade seinerseits eine behauptete Eigenschaft, ein Attribut Gottes, natürlich keine anschauliches.

Die ganz extreme Unwahrscheinlichkeit des Juden-, Christen-, Muslim-Gottes

Hinzu kommt aber noch, dass auch die Gottesvorstellungen der Juden, Christen und Muslime sich wiederum unterscheiden. Der eine Gott hat keinen Sohn, der andere hat einen, der dritte wieder nicht. Der eine hat ein auserwähltes Volk, die zwei anderen haben sich für alle geöffnet. Der eine will, dass der Glaube an ihn mit Gewalt weltweit durchgesetzt wird, der andere will das friedlich, der dritte strebt gar nicht danach, dass alle an ihn glauben. Usw. usf. Wir haben es in Wahrheit also mit drei unterschiedlichen Gottesvorstellungen zu tun. Da diese sich partiell aber widersprechen, müssen mindestens zwei von dreien falsch sein. Und dass die dritte Vorstellung wiederum rundherum richtig sein soll, ist doch sehr wenig glaubwürdig.

Wir sehen also, die ohnehin schon sehr geringe Wahrscheinlichkeit, a) dass es überhaupt überirdische Wesen gibt, b) dass es tatsächlich genau einen Gott gibt, wird c) immer noch unwahrscheinlicher, je genauer wir diese Gottesvorstellung durchdeklinieren.  Wir müssen also davon ausgehen, dass all diese Vorstellungen – was die Wahrheits- oder Richtigkeitsfrage angeht – Spinnereien sind. Doch das ist nur eine Seite. Es gibt noch eine andere, auf die ich gleich kommen werde.

Freiheit im Glauben als Wesenszug freier Gesellschaften

Gleichwohl kann die Existenz von solchen Wesen eben nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden. Und das schafft Freiraum, dass jeder glauben, das heißt, dass jeder sich vorstellen und für wahr halten kann, was er will und – das ist vielleicht mit entscheidend – was ihm gut tut.

Insofern sind solche metaphysischen Vorstellungen unter dem lebenspraktischen Aspekt durchaus keine Spinnereien. Wenn es einem Menschen hilft, sich ein wie auch immer gartetes Jenseits, eine Welt 2 vorzustellen und er aus diesen Vorstellungen Kraft, Mut, Zuversicht und Trost beziehen kann, dann kann es lebenspraktisch sogar vernünftig sein, sein Leben danach auszurichten, da dies Orientierung zu geben vermag. Wichtig hierbei ist nur, dass jeder dessen eingedenk ist, dass es sich hier um kein Wissen handelt, sondern um extrem unwahrscheinliche Annahmen.

Eine freie, geistig offene Gesellschaft sollte aber jedem genau diese Möglichkeit einräumen, auch das extrem Unwahrscheinliche zu glauben, selbst wenn es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Spinnereien sind, so sie demjenigen selbst gut tun und er anderen damit nicht schadet. Genau hier zieht das Toleranzgebot, das meist völlig überstrapaziert und falsch appliziert wird. An dieser Stelle gilt es aber und hier sollte, ja, muß es Anwendung finden. Jeder darf über eine spekulativ angenommene Transzendenz für sich selbst in seinem Innern glauben, was er will. Jeder hat ein Recht darauf, nach seiner Fasson glücklich zu werden.

Grenzen der Religion

Diese womöglich vernünftigen und nützlichen Spinnereien dürfen in einer modernen, aufgeklärten, zum kritischen Denken befähigten Gesellschaft aber niemals derart dominant werden, dass die Spinner ihre jeweiligen mehr oder weniger vernünftigen Spinnereien, die ihnen zugestanden und erlaubt, die von anderen ertragen werden müssen, anderen aufkoktroyieren wollen, womöglich sogar mit Gewalt oder mit permanenter Indoktrination und mit Einschüchterung oder sonstigen Repressalien. Auch müssen sie damit leben, dass andere diese religiösen Vorstellungen als Spinnereien bezeichnen oder ihnen aufzuzeigen versuchen, warum das solche sind. Der religiöse Mensch muss umgekehrt natürlich nicht hinhören. Das ist wiederum seine Freiheit. Es gibt keine Pflicht, sich mit jedem zu unterhalten, der das will, auch keine Pflicht zuzuhören.

Und noch weniger darf es in einer modernen, aufgeklärten, zum kritischen Denken befähigten Gesellschaft erlaubt werden, dass Regeln des Zusammenlebens aller abgeleitet werden aus diesen metaphysischen Spekulationen, die zu weit über 99 Prozent Wahrscheinlichkeit falsch sind. Die Regeln des Zusammenlebens aller müssen vielmehr nach vernünftigen Maßstäben gemeinsam festgelegt werden. Und daran haben sich dann alle zu halten, auch die Spinner. Hier endet also die Freiheit der Spinnereien.

Diese Freiheit bleibt aber erhalten da, wo es sich auf persönliche Dinge, auf die persönliche Lebensführung bezieht und die Rechte anderer nicht tangiert werden. Hier muß absolute Freiheit herrschen. Das Denken und Fühlen ist Privatsache und geht keinen anderen etwas an, sofern der andere in seinen Rechten und in seiner eigenen Freiheit davon nicht berührt ist.

Wer diese Freiheit der anderen allerdings abschaffen will – sei es, dass er ihnen ihre Spinnereien mit Gewalt auzutreiben oder sogar seine eigenen Spinnereien mit Gewalt durchzusetzen trachtet -, der ist ein Feind der Freiheit und darf nicht toleriert, der muss vielmehr mit aller Entschiedenheit (!) bekämpft werden.

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Foto: Pixabay, CC0 Public Domain

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17 Kommentare zu „Grenzen der Religion in einer freien Gesellschaft

  1. Vielen Dank für Ihre klugen Gedanken zu einem zentralen Thema, das uns alle betrifft, ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht!
    Wie wohl ich meine ganz persönliche Gotteserfahrung habe, über die ich sehr glücklich, und für die ich sehr dankbar bin, kann ich Ihre logisch-plausiblen Ausführungen doch ganz weitgehend zustimmend nachvollziehen. Ein sehr sympathischer Kernsatz erscheint mir dabei Ihre Aussage:
    „Gleichwohl kann die Existenz von solchen Wesen eben nicht zu hundert Prozent ausgeschlossen werden. Und das schafft Freiraum, dass jeder glauben, dass jeder sich vorstellen und für wahr halten kann, was er will und – das ist vielleicht mit entscheidend – was ihm gut tut.“
    Das Wahrnehmen, Erleben und Erfahren von Spiritualität und Transzendenz kann immer nur ein ganz persönliches und individuelles sein! Alles von außen Aufgedränge und Aufgedrängte ist dafür tödlich!

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  2. Hallo,
    ich kann, glaube ich etwas ergänzen:

    Einen Gott kann es nicht geben, da er sich selber hätte erschaffen müssen.
    Ich gehe dabei eher von uns bekannten Naturgesetzen aus.
    Also nochmal zur Verdeutlichung:
    Wenn alles (Raum/Energie/Materie..) dasselbe und insgesamt nur eins ist, also eher wie Null, oder ein Einheitszustand von irgendwas sich selber gleichendem dann kann daraus nichts entstehen. Weil keine Einwirkung von innen oder außen kommt, weil es kein innen und außen gibt. Das ist dann geklärt: Auch ein Gott kann sich nicht selber schaffen. Er bräuchte wenigstens einen Gedanken, den er aber nicht haben kann, wenn er ein Einheitsbrei ist.
    Nun der zweite Schritt:
    Begann der Anfang mit zwei Komponenten? Zwei die sich verschmischt und strukturiert haben?
    Um es abzukürzen, das geht auch nicht.
    Dritter Schritt:
    Begann der Anfang mit drei Zutaten? Hier gäbe es die Möglichkeit, dass die dritte Zutat die beiden ersten Zutaten im wesentlichen verändern könnte. ZB pure Energie in Raum. Oder Materie in Licht. Die dritte Zutat könnte bewirken, dass sich alles umwandelt in einen anderen Zustand.
    Mein vierter Schritt ist eine Behauptung:
    Ich erkläre das Phänomen ‚Leben‘ als Naturkraft. Als eine normale physikalisch erklärbare Eigenschaft, die strukturiert und auch wirkt, wenn Chaos herrscht.
    Na schön, was heißt das … Was hat das mit Gott zu tun.
    Das Ziel meiner Argumentation soll sein, dass wir heute
    in uns das haben, woraus das Weltall besteht. Dazu gehört die Schwerkraft und die Fliehkraft.
    Wenn ich das Leben als -was auch immer für ein Ergebnis von Ereignissen- halte, und dieses spürbar in mir ist – bis jetzt – toi, toi, toi … dann ist es etwas Lebendiges.
    Es ist dann etwas vorhandenes, nichts eingebildetes. Das läßt sich auch bei dem Spatz draussen erkennen.
    Ist bei einem lebenden das Leben vorhanden? Ja oder nein. Ich tippe auf ja.
    Also halten wir fest, ich rede über etwas vorhandenes.
    Dann schaue ich auf die Bausteine des Lebens – am besten gleich auf die, des Menschen und am besten gleich auf das Wesentliche. Das Wesen, was uns aus macht.
    Z.B Freiheit, Wohlempfinden, Verbunden sein wollen, Gebären, Zeugen, Trauer.
    Womöglich alles chemische Prozesse. Aber es ist unwahrscheinlich, dass nur chemische Prozesse die Natur erschaffen hat, ohne eine strukturierende Kraft dahinter.
    Eine Notwendigkeit, eine Bewirkung.
    Ich rede immer noch vom Leben.
    Ich bezeichne diese Grundbestandteile des Wesentlichen, also der lebenden Wesen, die
    bezeichne ich als Gut. Die aber auch Böse sein können.
    Kurz zwei Bücher weiter: diese Bestandteile lassen sich wie Buchstaben zusammensetzen.
    Jeder Buchstabe bezeichnet einen Wesensaspekt von etwas Lebendigen in mir oder einem anderen Lebenden.
    Außenstehende könnten behaupten das seien Götter und viele Götter gibt es nicht.
    Aber ich spüre ja die Wesenseigenschaften. Sie sind auch da.
    Es gibt einen Spruch: Wie oben, so unten. Meint, was es da draussen gibt, gibt es auch in uns.
    Was mein Erleben dieser Wesenseigenschaften angeht ist das keine Glaubenssache. Es ist ja da. Was das mit da oben zu tun hat … sicher nur soviel, dass mir die Kräfte der Pyhsik mir ermöglichen zu sein, was ich hier erleben. Und das ist auch keine Glaubensfrage.

    Die Vorstellung an etwas zu glauben, ist erst entstanden, als man die Menschen gezwungen hat, sich etwas als Gewißheit vorzustellen, eben zu glauben, was sie nicht erleben. Was sie nicht sehen. Zu etwas was nicht vorhanden ist, hat man lange gesagt, das ist Hokuspokus.
    Das leitet sich von dem Satz Hoc est corpus ab (Dies ist mein Körper (Christentum)). Das war für die, die schon länger da waren, Unsinn, da nicht vorhanden.
    Die schon länger da waren konnten nicht sagen, ich lobe und feiere die Freiheit und die Vernunft, das Wissen, die Zeugung.
    Und da hat die Kirche eben gesagt, gut, wenn ihr das nicht loben könnt, dann glaubt es einfach. Andere Religionen hauen eben einen den Kopf ab.
    Aber das ist eben Glaube. Und Glauben hat eigentlich nichts mit Religion zu tun. Und erst recht nicht, wenn man meistens nicht spürt, woran man glaubt. Dann wurde eben die Glaubensstärke eingeübt. Und, und, und und.

    Wenn du oben über Religion schreibst, dann ist das nicht Religion. Weder Islam, noch Christentum oder Judentum. Das sind Gründungsmyhten, um einige Regeln zu erschaffen. Oder für die Juden, um eine Gesellschaftliche Einheit zu bilden.
    Eine Religion muss aber das vorhandene, das tatsächlich Erlebbare auf das wesentliche zurückführen. Es muss logisch erklärbar sein. Die Schöpfungsmyhten müssen mit der Wissenschaft übereinstimmen, wenigstens im Groben. Z.B die Beschreibung des Chaos, gibt es in allen Religionen, die nicht Monotheistisch sind.
    Auch daran sieht man, dass der Monotheismus keine Religion ist. Weil er nichts erklärt – oder nur Unsinn. Ältere Religion sind noch heute aktuell in der Schöpfungsgeschichte. Ist ja auch logischer als alles aus Null heraus zu erklären.
    Ältere Religionen sind auch lebendiger, ohne an Wahnvorstellungen zu leiden. Sie bilden das in menschliche Formen ab. Monotheisten sagen, sie glauben an Figuren? Umgekehrt wird ein Schuh draus. die Monotheisten erfantasieren sich einen Hokuspokus. Die Figuren alter Religionen, die den Namen auch verdient haben, sind Sinnbild.
    zB Schönheit als Sinnbildfigur. Warum wächst nicht jedes Blütenblatt anders? Eins quadratisch, das nächste dreieckig und dann rund. Eine Skulptur der Schönheit, drückt das Gleichgewicht und die Harmonie vieler Kräfte aus, die überall erkennbar ist. Ein Monotheist betet ein Gespenst an in Form eines Toten.

    Genug Text. Das Eigentlich kann ich weglassen. Man kommt auch selber darauf.
    Grüße

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    1. Oben ist (neben Rechtschreibfehlern sorry) in einem Satz ein ’nicht‘ zuviel. Der Satz muss lauten:
      Die schon länger da waren konnten – sagen, ich lobe und feiere die Freiheit und die Vernunft, das Wissen, die Zeugung.
      (Ergänzung) ‚Aber sie konnten nicht sagen ich lobe die Holzfigur, die Schuld, die Sünde.
      (Weiter im Text ist :Und da hat die Kirche eben gesagt … (übrigens Martin Luther) … dann glaubt es einfach) (Luther aus das loben als Wort glaube übersetzt)

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  3. Der Artikel verwirrt. Wenn man sich als „religiösen Atheisten“ bezeichnet, läuft das darauf hinaus, „weißen Rotwein“ erklären zu wollen. Atheisten lehnen bekanntlich Religion, Gott oder Geist partout ab. Oder: Das eine Mal ist es „Irrsinn“ an jenseitige Wesen zu glauben, weiter unten wird dann „nicht mehr hundertprozentig“ ausgeschlossen, dass es sie gibt. Was gilt nun?

    Der Philosoph der dtsch. `Aufklärung`, Immanuel Kant, benötigte keine „Gottesbeweise“. Für ihn war: ..„Das Dasein Gottes ein Postulat der reinen praktischen Vernunft“.. An anderen Stellen spricht er von einem „weisen Urheber der Natur“ oder dem „Reich Gottes“. Mehr noch: ..“Da Sittlichkeit nur in einer Ewigkeit völlig `aufgelöset` werden kann, führt sie zum Postulat der Unsterblichkeit“..

    Der rationale Schluss, dass Unsichtbares nicht existent sei, ist falsch. Die modernistische (marxistische) Behauptung, es gebe nur „ewige Materie“, ignoriert die Realität fundamentaler Gegensätze. Im „jenseitigen Geist“ – der nebenbei „allgegenwärtig“, also auch „diesseitig“ ist – vermögen Hellsichtige z. Bsp. Verstorbene oder niedere „Wesen“ zu sehen. Bei Nahtodes–Erfahrungen erkennen selbst nicht-religiöse Menschen frühere Angehörige oder erleben ein eindrucksvolles „Licht“, das sie als „göttlich“ bezeichnen. Dies als „Halluzinationen“ aufgrund von Sauerstoffmangel abzutun, ist wenig glaubwürdig. Jedenfalls verändern diese Erlebnisse Im Falle einer Rückkehr die Betroffenen grundlegend. Das „Nichts“ ist also erfahrbar. Es wirkt auf Menschen und Materie.

    Der Artikel macht nicht genügend klar, dass Religionen unterschiedliche (zumeist personifizierte) „Gottesvorstellungen“ zugrunde liegen, die den einen allgegenwärtigen „Gott“ oder „Hl. Geist“ mehr oder weniger zutreffend darstellen. Missbrauch durch Kirchen oder Geistliche aus Machtgründen kommt hinzu. Bedeutende Wissenschaftler bewiesen, dass Glaube dem folgernden Verstand nicht schadet – vielmehr kann diese „Spinnerei“ als zweiter a-kausaler „Erkenntnis“–Weg Transzendenz und Wissen bereits im Diesseits fördern und die „Scheuklappen“ erweitern. Der Mathematiker Blaise Pascal erläuterte die Folgen von Glauben und Nichtglauben.

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    1. Verwechslung von Religion mit Gottgläubigkeit (Theismus)? Ein Atheist lehnt nicht den jeglichen religiösen Glauben, sondern den Glauben an Götter ab. Hier scheinen mir sehr gravierende begriffliche Ungenauigkeiten vorzuliegen. Da Denken aber ein Operieren mit Begriffen darstellt, ist die korrekte Begriffsbildung die Voraussetzung für korrektes Denken.

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      1. Man sollte es bei den offiziellen Begriffs–Definitionen belassen, etwa: Duden: „Atheismus = Weltanschauung, die die Existenz [eines] Gottes verneint bzw. bezweifelt“. Wictionary: „Atheismus = Auffassung, dass es keinen Gott gibt“.

        Weiterhin bleibt m.E. Wesentliches unklar:
        a) Ob nur die Bezeichnung „Götter“ oder auch die Einzahl „Gott“
        abgelehnt wird?
        b) Ob der Inhalt, d.h. wofür die Begriffe stehen, gleichfalls verworfen
        wird? Woran glaubt der „religiöse Atheist“?
        c) Welche Bezeichnung (Etikett) wäre geeigneter?
        d) „Religiöser Atheismus“ ist ein Widerspruch als solcher und zu den
        offiziellen Definitionen, ähnlich wie z. Bsp. „demokratischer
        Sozialismus“.

        Anliegen jeder Religion ist das spirituelle Jenseits, das „höchste Wesen“ a-priori (besser: „Zentrales geistiges Prinzip“). Welt–Anschauungen oder ethischer Humanismus können diese „Instanz“ nicht ersetzen. Nach dieser Sicht gibt es – ähnlich wie beim menschlichen Geist – auch beim „Heiligen“ oder „Absoluten GEIST“ niedere, mittlere oder sehr hohe Ebenen („Götter“). Keine Frage: Der Begriff „Gott“ oder „Gottheit“ wird in den religiösen Werken, vor allem als Personifizierung, nicht immer optimal dargestellt, wie etwa in der Bibel. Dazu kommt Missbrauch durch Kirchen, Geistliche oder Politiker, die den Machtfaktor Religion sehr wohl kennen.

        Vielleicht war nicht „Atheismus“ gemeint, sondern „Agnostizismus“. Dieser lässt die Entscheidung für oder gegen einen Gott / Geist offen, sagt: Man weiß es nicht. Wie auch immer, wer betet und den transzendenten Aspekt negiert, führt Selbstgespräche. Das schrittweise oder unmittelbare „Übersteigen“ unterbleibt im Diesseits und Jenseits. Man verharrt mehr oder weniger im begrenzten materiellen Intellekt und Wahrnehmen. Künftig notwendiger Holismus der `Postmoderne` ist ohne (richtige) Religiosität nicht möglich.

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  4. „Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt, – ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen… Ich heiße das Christentum den Einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, – ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit…“
    (Der Antichrist, 1888)

    Es muss betont werden, dass dieses Zitat nicht als Beschimpfung, sondern als das Resume einer umfassenden und ehrlichen Analyse zu verstehen ist. Wer für die ungeheure Perversion dessen, was sich bis heute „Christentum“ nennt, die passenden Worte finden will, hat es außerordentlich schwer. Hätte Nietzsche erfahren können, um wieviel giftiger, heimlicher, unterirdischer und kleinlicher sich der Racheinstinkt nach heutigem Wissen darstellt, wären wohl auch ihm die Buchstaben ausgegangen. Glücklicherweise ist der Schandfleck nicht unsterblich, sondern steht kurz vor dem Ende, sodass es an der Zeit ist, den Fluch aufzulösen.

    Perversion bedeutet Umkehrung, und in diesem Fall wurde die Lehre des Jesus von Nazareth in ihr Gegenteil verkehrt. Nicht die gesamte bisherige Science-Fiction Literatur, sofern es sich um positive Utopien handelt, könnte einen Eindruck von der überwältigenden Großartigkeit einer alternativen Gegenwart vermitteln, in deren Vergangenheit die Erkenntnis des Jesus von Nazareth schon zu dessen Lebzeiten praktisch angewendet worden wäre. Man stelle sich vor, der heutige Stand des Wissens und der Technologie wäre bereits im dritten oder vierten Jahrhundert erreicht worden, während Armut und Krieg schon genauso lange überwunden und Umweltverschmutzung und -zerstörung niemals Thema gewesen wären. Von dort aus noch einmal siebzehn Jahrhunderte in die alternative Zukunft zu extrapolieren, wäre nicht einmal für die äußersten Grenzen des Möglichen noch zulässig. Was Jesus entdeckte, lange bevor es in „dieser Welt“ schon vor einem Jahrhundert wiederentdeckt und aufgrund militanter Blödheit bis heute nicht verwirklicht wurde, ist nichts Geringeres als der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2017/04/das-zivilisatorische-mittelalter.html

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  5. Der Religionsfrieden muß endlich hergestellt werden, in dem man alles sichere philosophische Wissen einsetzt, um die Rivalitäten der Religionen und Gottesgläubigkeiten – um die `wahrere` Wahrheit erkenntnisstandgerecht ursächlich begründet entschärfen zu können. Das ist nur möglich, wenn menschlich-bewußtes Denken, Fühlen und Glauben erkenntnisstandgerecht philosophisch und psychologisch differenziert betrachtet und entsprechend begrifflich definiert sind.
    Wir unterscheiden deshalb erkenntnisgeschichtlich logisch sicheres Wissen – z. B. ,der universal geltenden und wissenschaftlich logisch nachvollziebar bewiesenen Naturgesetze und -Konstanten – v o n den hypothetischen und religionsgeschichtlichen Gläubigkeiten und Gottes-Annahmen, deren Wahrscheinlichkeit und Wirken – die alltagsverständlich nachzvollziehbar sind. Welcher Gott auch immer, er ist unbeweisbar wahr und wirksam – eine Tatsache, mit ihren tröstenden und leidvollen Folgen/religiösen Auseinandersetzungen. Die religiös-dogmatischen Vorstellungen und Denkformen, z. B. die Gottesvorstellungen der großen Religionen, ähneln sich nicht nur in ihren Religionsgründen- und Gründern, sondern immer auch in Ihren Ansprüchen. Immer ist Gott die absolute und tröstliche Wahrheit, – Macht, – Liebe, … und Barmherzigkeit…
    Folglich kann das alles philosophisch erklärbar und logisch nur stimmig sein, wenn es eine Vollkommenheit des Wahren, bzw., eine Vollkommenheit – der menschlich erkennbaren und nichterkennbaren Wahrheit gibt, die alles was ist und was nicht ist, mithin alles Denken verbindet. Da es so viele vorausgesetzte Gottheiten, Schöpfungs- u. Enwicklungs-Geschichten, Gottes-Gläubigkeiten, Religionen und Sekten gibt, die alle die absolute Wahrheit für sich in Anspruch nehmen, können sie alle logisch nur Teil dieser, in ihrer Gänze unerkennbar bleibenden, heute erkenntnisstandgemäßen Vollkommenheit der Wahrheit* sein. An dieser Stelle sei auf die philosophisch-evolutionäre Erkenntnisstheorie, Kant`s Wahrheitsbegrifflichkeiten* und deren sicheres Wissen verwiesen, welches jegliches Spekulieren in Schöpfungs – u. a. Letzten Fragen verbietet, weil sie unbeantwortbar sind. Es ist auch unerläßlich, dass wir unsere unbewußt dominant wirksamen* Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen an uns selbst und an den anderen Tieren beobachten und sie antriebsdynamisch* bewußt* moralisch reflektieren* lernen.

    Dr. Klaus Roggendorf

    Mehr dazu im Internet unter > klaus roggendorf + – * Gott ist unbeweisbar wahr bewußt antriebsdynamisc moralisch reflektieren<*

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