Was die System-Medien nicht zeigen

Von Jürgen Fritz

Wahrhaftigkeit, Streitkultur, trotz Machtkämpfen, Enttäuschungen und Verletzungen persönliche Wertschätzung und gegenseitige Achtung, aufeinander zugehen und Versöhnung gibt es nicht in der Politik? Vielleicht ja doch.

Weidel-Gauland (2)

Frauke Petry entmachtet?

Überall wurde gestern berichtet, die AfD hätte ihre Vorsitzende „entmachtet“. Die Partei sei „gespalten“, sie wäre „nach rechts gerückt“. Richtig ist: ja, der Antrag von Frauke Petry, der meiner Ansicht nach eine völlig unnötige und kontraproduktive Phantom-Debatte eröffnet hätte, wurde von den Delegierten abgelehnt und von der Tagesordnung genommen. Ja, dadurch wurde die Parteivorsitzende etwas geschwächt und das war für sie persönlich emotional sicher ein schwerer Rückschlag, war es ihr doch wichtig, diese Diskussion jetzt zu diesem Zeitpunkt zu führen. Richtig ist auch, dass sie selbst die Konsequenzen daraus zog und unter diesen Umständen nicht als Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl zur Verfügung stehen wollte. Und ja, das ist etwas ungewöhnlich, dass die beiden Parteispitzen, Petry und Meuthen, aus unterschiedlichen Gründen nicht zum Wahlkampf-Spitzenteam gehören.

Versöhnung statt Spaltung

Das Ganze zeigt aber auch noch etwas anderes. Es zeigt erstens, dass die AfD nicht wie die CDU ein reiner Klatsch-Verein ist, der der Parteisprecherin respektive -vorsitzenden immer und überall blindlings folgt. Es zeigt zweitens auch, dass es in der AfD zumindest weniger um Personen und persönliche Karrieren geht als in anderen Parteien und die Sache mehr im Vordergrund steht. Drittens zeigt es ferner, dass auch die Parteiführung mal Fehler machen kann, ohne gleich verstoßen zu werden.

Vor allem aber zeigte der Abschluss des Parteitages viertens noch etwas ganz anderes, was ich sehr besonders finde: wie Menschen sich um Versöhnung bemühen und ihre persönliche Wertschätzung zum Ausdruck bringen können, selbst wenn man punktuell nicht bereit ist, dem anderen in seinen Plänen und in seinem Vorhaben zu folgen und selbst wenn es Macht- und Führungskämpfe gibt, die in jeder Partei zwangsläufig entstehen und ausgetragen werden müssen.

Alexander Gaulands Rede

Die Rede von Alexander Gauland, speziell ab Sekunde 35 hat ganz große Klasse. So was habe ich selten gesehen. Auch wie die Delegierten reagierten: Standing Ovations für Frauke Petry und Frauke-Frauke-Rufe. Die Botschaft war ganz klar: „Liebe Frauke Petry, wir sind nicht bereit, dir in diesem Punkt zu folgen, aber wir brauchen dich. Du gehörst zu uns und du bist unendlich wertvoll für diese Partei. Bitte bleibe bei uns und unterstütze uns.“ – So stelle ich mir Politik und den Umgang miteinander vor. Chapeau!

Dass die System-Medien genau das aber wahrscheinlich nirgends zeigen werden beziehungsweise wenn doch, dann entsprechend zusammengeschnitten, dürfte klar sein. Die meisten werden ahnen warum.

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Foto: Youtube-screenshot

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7 Kommentare zu „Was die System-Medien nicht zeigen

  1. Danke, sehr guter Artikel. Den Parteitag sehe ich als vollen Erfolg: unfruchtbare Debatten wurden vermieden, ebenso die zu starke Fixierung auf eine Person. Gauland und Weidel sind ein ueberzeugendes Spitzenteam, das in der Oeffentlichkeit einen guten Eindruck macht und gemeinsam, sich ergaenzend, ein breites Spektrum abdeckt. Die beiden Gefahren, die der AfD drohen, Anbiederung an die Altparteien und Sektierertum, wurden vermieden. Neben dem Wahlkampf brauchen wir jetzt ein paar Demos, um Praesenz zu zeigen und deutlich zu machen, dass keineswegs nur Spinner (z.B. Bischoefe und ihre Schafe), Faschisten (sog. Antifa) und Islam-Fanatiker auf die Strasse gehen koennen.

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  2. Danke für diese ausgewogenen Kommentar. So ähnlich habe ich ihre Bewertung auch in einem anderen Blog „kpkrause.de“ gelesen. Frauke Petry hatte sich mit Ihrem Zukunftsantrag weit aus dem Fenster gelehnt. Er ist perspektivisch gesehen mMn richtig, kommt aber im meinen Augen zu früh. Die Delegierten sahen es wohl auch so, und haben diesen Zukunftsantrag abgeschmettert. Bitter für Frauke Petry, aber so geht Demokratie! Die Medien haben diesen Vorfall natürlich gleich negativ für die AfD ausgeschlachtet. Doch mein EIndruck als Aussenstehender war, das dieser Parteitag doch sehr zielorientiert, harmonisch und geordnet ablief. Die nächsten Landtagswahlen in NRW und SH sollten zeigen, ob die AfD wählbar geblieben ist. Für mich ja, da sie die einzige ernstzunehmende Opposition in diesem Lande ist!

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  3. Frauke Petry wurde nicht entmachtet.
    Sie hat sich entschlossen, Ihr 5. Kind zu bekommen. Es ist kaum möglich, hochschwanger, eine Oppositionspartei anzuführen, mit so vielen Gegnern, wie diese Partei sie hat.
    Leider wird dieser Umstand ,in unserer heutigen Zeit ,kaum berücksichtigt, denn alles ist machbar und das zu jeder Zeit.
    Der Vergleich mit Frau von der Leyen ,mit ihren 7 Kindern, kann nicht gezogen werden, da deren Familie , vor allem die Kinder ,nicht solch großen Anfeindungen ausgesetzt sind.
    Mich stört und ermüdet an der verbissenen Diskussion um diese Partei vor allem, dass die Kritiker sich nicht eingestehen wollen, dass eine außerparlamentarische Opposition meist dann entsteht, wenn im Parlament kaum noch eine Opposition vorhanden ist. Was bedeuten würde, über ihre eigene Verantwortung nachzudenken, weshalb sie es zuließen, dass es zu solch einer Situation kommen konnte .Mir ist aber bewußt, wie schwierig eine Selbstreflexion ist.

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    1. Herr Fritz, da ich Ihren Artikeln eine moeglichst weite Verbreitung wuensche, moechte ich einmal einen Vorschlag zu Ihrem Blog machen. Bisher wird immer nur ein Artikel oben angezeigt. Die frueheren Artikel findet man nur, wenn man nach unten scrollt. Das macht man aber meistens nicht. So merken die Besucher gar nicht, was ihnen entgeht. Philosophia perennis hat das nach meinem persoenlichen Empfinden sehr gut geloest. Dort sieht man gleichzeitig mehrere Artikel. Wenn man ein bisschen scrollt, werden es noch viel mehr. Auch die Darstellung der Kommentare unter den Artikeln finde ich dort gut geloest.

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