Schulz-SPD bricht immer mehr ein

Von Jürgen Fritz

Martin Schulz fällt in der Zufriedenheits-Frage 21 Punkte hinter Merkel zurück. Nur jeder Dritte will den hochgepushten SPD-Heiland ohne jede angemessene Regierungserfahrung als Kanzler. Steht der Sozi-Millionär kurz vor dem technischen K.o. und zieht seine Partei mit in den Abgrund?

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Seit langem schon können wir es beobachten: Die Umfragewerte der SPD gehen immer mehr in den Keller. Der kurzfristige Schulz-Hype scheint genauso schnell zu verfliegen wie er angeflogen kam. Die Veröffentlichung des neuen von infratest dimap ermittelten ARD-Deutschlandtrends ist niederschmetternd für die Genossen. Vor allem aber ist es niederschmetternd für einen Mann: für Martin Schulz.

Schulz in der Zufriedenheitsfrage jetzt schon 21 Punkte hinter Merkel

Waren die Wähler im Januar mit der Arbeit des Eurokraten noch genauso zufrieden wie mit der der Kanzlerin, ja sogar noch eine wenig zufriedener (57-56), so liegt jener im direkten Vergleich mit der CDU-Vorsitzenden nun bereits über 20 Punkte zurück (42-63). Ja, Schulz liegt inzwischen sogar hinter seinem Vorgänger als SPD-Vorsitzender hinter Sigmar Gabriel zurück. Und zwar weit, sehr weit: ebenfalls 21 Punkte. Hinter dem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble liegt er gar 24 Punkte (42-66).

Noch schlimmer aber, der Abstand zur ewigen Kanzlerin, die eigentlich schon über der Zeit ist, wird von Monat zu Monat immer noch größer. Und es ist nicht in Sicht, wie dieser Trend gedreht werden könnte.

Nur noch jeder Dritte will den Sozi-Millionär als Kanzler

In der Frage der Direktwahl des Bundeskanzlers liegt Schulz sogar noch niedriger als bei 42 Prozent. Nur 36 Prozent, also kaum mehr als jeder Dritte würde den Würseler aus Brüssel zum Kanzler wählen wollen.

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Noch schlimmer aber: Auch hier zeigt der Pfeil deutlich nach unten (- 4). Anfang Februar, also gerade mal vor gut drei Monaten, kurz nach seiner Ernennung zum Kanzler-Kandidaten, hatte Schulz sogar einen riesigen Vorsprung von 16 Punkten. 50 Prozent der Wähler wollten damals lieber ihn als Merkel als Kanzler. Nun liegt er auch hier 13 Punkte zurück. Aus plus-16 mach minus-13 in nur gut drei Monaten! All das sind katastrophale Werte. Je näher die Deutschen Schulz kennen lernen, desto enttäuschender scheinen sie ihn zu finden.

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Keinerlei Regierungserfahrung plus sich entwickelndes Verlierer-Image

Das Problem: Schulz, der ja außer in dem kleinen Ort Würselen vor Jahrzehnten noch nie irgendeine Wahl in Deutschland gewonnen, noch nie irgendein Amt von Bedeutung in unserem Land inne hatte, der zudem überhaupt keine Regierungserfahrung hat weder als Bundesminister noch als Ministerpräsident, ja nicht einmal als Minister in einem Bundesland, haftet immer mehr ein Verlierer-Image an. Zuerst die fürchterliche Wahlschlappe im Saarland, dann die sehr schmerzliche Niederlage in Schleswig-Holstein letzten Sonntag. Und übermorgen könnte es bereits das 0:3 setzen bei der enorm wichtigen NRW-Wahl.

Hinzu kommen seit langem von Woche zu Woche zu Woche immer schlechtere bundesweite Umfragewerte. 42-63 für den Mann, der sich selbst im Januar schon als den Größten und den einzig nur denkbaren Kanzler sah. Nur 36 Prozent, die ihn als Kanzler überhaupt haben wollen, das ist ein vernichtender Befund! Doch auch das ist noch nicht alles.

Auch die SPD droht immer mehr einzubrechen

Denn Schulz zieht auch die SPD, die er zuvor nach oben pushte, immer weiter mit nach unten. Lag die SPD im Wahl-O-Matrix-Durchschnitt aller führenden Umfrage-Institute kurzfristig fast gleichauf mit der Union bei fast 32 Prozent, so sinkt dieser Wert seither kontinuierlich. Anfang Mai fielen die Genossen erstmals wieder unter 30 Prozent. Nun sind sie sogar schon deutlich unter 29 und der Trend zeigt eindeutig weiter nach unten. Und zwar steil nach unten. Im Wahl-O-Matrix-Durchschnitt liegen sie jetzt schon fast 8 Punkte hinter der Union, bei infratest dimap gestern sogar schon 10 Punkte. Bei YouGov fällt die SPD heute von 28 auf 25 Prozent.

Wären jetzt am Sonntag nicht NRW-, sondern Bundestagswahlen, dann könnten die Parteien mit folgenden Ergebnissen rechnen:

  1. CDU/CSU: 35 – 37 %
  2. SPD: 25 – 31 %
  3. AfD: 7 – 10 %
  4. LINKE: 7 – 10 %
  5. GRÜNE: 7 – 8 %
  6. FDP: 5 – 9 %
  7. Sonstige: 3 – 6 %

Die Durchschnittswerte (arithmetisches Mittel) sehen Sie in der Grafik.

2017-05-12

Hierbei ist zu beachten, dass der SPD-Spitzenwert von 31 Prozent aus einer Allensbach-Umfrage von Anfang April stammt und längst nicht mehr aktuell ist. Das ohnehin etwas fragwürdige Allensbach-Institut liefert seine Zahlen nicht nur immer mit Wochen Verspätung nach der Erhebung, sondern frischt diese auch sehr selten auf, so dass hier quasi immer veraltete Zahlen in Wahl-O-Matrix mit einfließen, die sich durch die vielen anderen Institute allerdings stark relativieren und die Werte daher nur ein wenig verfälschen.

The trend is not your friend

Konkret heißt das aber, dass der Trend der SPD weiter stark nach unten zeigen dürfte. Sobald Allensbach und andere ihre neuen Erhebungen veröffentlichen, wird die SPD noch weiter fallen. Eventuell werden die Genossen damit rechnen müssen, bald wieder näher bei 20 als bei 30 Prozent zu liegen, sprich unter 25 Prozent. Sollte das aber eintreffen, ist endgültig und vollkommen klar, dass die SPD keinerlei Chancen hat, den nächsten Kanzler zu stellen, was dann wiederum die Mobilisierung der eigenen Wähler erschweren wird.

Diese Abwärtsspirale könnte die SPD dann sogar wieder Richtung 20 Prozent befördern. Warum soll der Genosse sich sonntags ins Wahlbüro schleppen, wenn ohnehin schon klar ist, dass die SPD mit Schulz keinerlei Gewinnchancen hat? Da wird manch einer lieber auf dem Sofa bleiben und sich Formel 1 oder sonstwas ankucken oder bei schönem Wetter einen Ausflug ins Grüne machen.

Kurz vor dem technischen K.o.

Kurzum es sieht alles andere als gut aus für die SPD. Sollte sie jetzt am Sonntag in NRW, eigentlich ein Sozi-Kernland, eine weitere Schlappe beziehen – und auch danach sieht im Moment alles aus -, dann steht es nicht nur 0:3 im Landtags-Fern-Duell Schulz-Merkel, dann ist der Sozi-Millionär, von dem eigentlich kaum ein Mensch weiß, was er all die Jahrzehnte in Brüssel genau getrieben hat – außer sich aus Steuergeldern (Zwangsenteignungen von Staatsbürgern) die eigenen Taschen reichlich zu füllen -, im Grunde ausgeknockt. Im Boxen würde man wohl von einem technischen Knockout sprechen und den, der derart stehend K.o. ist, aus dem Ring nehmen, um noch Schlimmeres zu verhindern.

Das Problem dürfte nur sein: Wen sollten die Genossen, die quasi für eine Merkelpolitik hoch zwei stehen (noch mehr Masseneinwanderung, noch weniger innere Sicherheit, noch weniger Abschiebungen, noch unsolidere Finanzpolitik, noch mehr EU, noch weniger Deutschland, noch eher Aufnahme der Türkei in die EU, noch mehr Hilfen für Griechenland, Italien, Frankreich …), stattdessen in den Ring schicken, um sich vollends auf die Bretter schicken zu lassen?

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Bilder: Tagesschau-Screenshots

Grafik: (c) Jürgen Fritz

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8 Kommentare zu „Schulz-SPD bricht immer mehr ein

  1. Das Schlimme an der Nachricht ist: wenn die SPD runter geht, geht die CDU hoch! Der Vulkanausbruch wird kleiner, dafür der Tsunami schlimmer. Weniger Pest-Tote, dafür mehr Cholera. „Die Blockparteien zusammen nur noch 60 %“ … dafür würde ich eine Flasche Champagner öffnen

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  2. Das mit Herrn Schulz ist ja erfreulich. Nur: 63% sind mit der Arbeit von Merkel zufrieden. Das ist doch einfach irre. Kompletter Wahnsinn. Extremmasochismus. Freudiges Bloeken der Schafe beim Anblick der Metzgerin mit dem grossen Messer.

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  3. Lieber Jürgen, Du weißt aber schon, dass Du ein gerüttetes Maß mit-schuld daran bist, dass St. Martin seinen Heiligenschein und nun auch noch seine Wähler verloren hat … Und da wunderst Du Dich, dass unser Zensurminister von der SPD nicht gut auf Dich zu sprechen ist?

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  4. Hat dies auf philosophia perennis rebloggt und kommentierte:

    Was mich besonders daran freut, ist nicht, dass Merkel so gut in der Wählergunst da steht, sondern
    1.) dass der verdiente Autor des Beitrags, Jürgen fritz, mit“schuld“ ist an dem Debakel von St, Martin bzw. für den Verlust des Heiligenscheins mit verantwortlich ist. Er war ein Held für nur ein paar Tage!
    2.) Dass es am Sonntag vielleicht doch noch eine reale Chance gibt, dass die CDU stärkste Kraft in NRW wird

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