Hat es sich endgültig ausgeschulzt?

Von Jürgen Fritz

Vor acht Tagen hat Wahl-O-Matrix es vorausgesagt und nun ist es bereits eingetreten: Die SPD ist unter 25 Prozent gefallen, liegt jetzt wieder näher bei 20 als bei 30 Prozent. Tendenz: weiter fallend. Kann die SPD das Blatt noch einmal wenden oder hat es sich bereits endgültig ausgeschulzt?

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Der sagenhafte Aufstieg der SPD ab Ende Januar

Im Januar erreichte die SPD mit ca. 21 Prozent einen Tiefpunkt in den Umfragen. Seit Monaten war sie unter 25 Prozent gelegen, stets mehr als 10 Punkte hinter der CDU/CSU. Nun zu Beginn des Jahres 2017 aber betrug der Abstand sogar 15 Punkte. So konnte es nicht weiter gehen. Die SPD, die ehemalige 45 Prozent-Partei, bei nur noch knapp über 20 Prozent, das konnte nicht angehen. Dann übergab Sigmar Gabriel das Ruder an Martin Schulz und die SPD-Werte schossen innerhalb weniger Wochen förmlich durch die Decke. Die drohende 1 statt einer 2 vorne war schlagartig verschwunden und vergessen.

Bereits Anfang Februar wurde endlich die 25-Prozent-Marke wieder überschritten. Aber es kam noch besser. Die SPD kletterte immer weiter nach oben, ja der Anstieg schien gar kein Ende nehmen zu wollen. Ende Februar geschah etwas, was es seit Jahren nicht gegeben hatte: Die SPD hatte vorne sogar eine 3. Der Anstieg verlangsamte sich zwar, aber er ging auch den ganzen März weiter. Im Wahl-O-Matrix-Durchschnitt erreichte die SPD Ende März / Anfang April Werte von um die 32 Prozent, bei Allensbach, Civey und Emnid sogar 33 Prozent und knapp darüber. Jetzt lagen die Genossen nur noch ein, zwei Punkte hinter der Union, bei einzelnen Instituten sogar schon gleichauf oder knapp vor der CDU/CSU.

Auf den Aufstieg folgte der Fall

Doch ab April wendete sich das Blatt. Plötzlich begangen die Umfragewerte wieder zu sinken. Ende April lag die SPD nur noch bei 30 Prozent, Ende Mai nur noch knapp über 25 Prozent. Und es geht auch im Juni weiter nach unten. Die 25-Prozent-Marke ist inzwischen, wie von Wahl-O-Matrix vor acht Tagen prognostiziert, unterschritten. Und das deutlich. Jetzt geht es in Richtung 24 Prozent, vielleicht sogar bald schon wieder Richtung 20 Prozent, also dahin, wo man im Januar, vor Schulz schon fast war. Und der Abstand zur CDU/CSU beträgt jetzt sogar nicht nur mehr als 10, sondern fast schon 14 Punkte.

Was hier auf diesem Blog seit Monaten beschrieben wird, dass der Schulz-Hype nur ein Strohfeuer ist, wird von Woche zu Woche, von Monat zu Monat immer mehr Wirklichkeit. Meine Prognose: Es wird noch weiter nach unten gehen für die SPD. Die 24,4 Prozent sind noch nicht das Ende dieses fulminanten Absturzes.

Union und Die Linke können zulegen

Mit diesem Absturz von Schulz und der SPD einher ging ein Wiederaufstieg der CDU/CSU, die seit Ende Februar / März von ca. 32,5 auf jetzt erstmals wieder über 38 Prozent kletterte (ein Plus von 0,6 zur Vorwoche auf 38,3 Prozent). So stark war die Union seit etwa 20 Monaten nicht. Leicht verbessern konnte sich auch Die Linke, die meist zwischen 8 und 10 Prozent liegt und derzeit mit 8,9 Prozent (+ 0,6) jetzt sogar die FDP auf dem dritten Platz abgelöst hat.

Die FDP fiel etwas von 8,8 auf 8,4 Prozent (- 0,4) und liegt damit ganz knapp vor der AfD, die ihren Abwärtstrend seit Januar in den letzten Wochen bremsen und jetzt ganz stoppen konnte, die aber noch nicht richtig zulegen kann. Sie verharrt im Moment zwischen 8 und 8,5, aktuell bei 8,3 Prozent. Ihren Abwärtstrend ebenfalls stoppen konnten Die Grünen, die in den letzten Wochen minimal ansteigen konnten in den letzten acht Tagen konstant auf 7,4 Prozent blieben.

Das Ganze im Überblick

  1. CDU/CSU: 37 – 39 %
  2. SPD: 23 – 28 %
  3. Linke: 8 – 11 %
  4. FDP: 7 – 10 %
  5. AfD: 7 – 9 %
  6. GRÜNE: 7 – 8 %
  7. Sonstige: 4 – 6 %

2017-06-11

Mögliche Koalitionen

Auf Grund der ca. 4 Prozent für sonstige Parteien, die die Fünf-Prozent-Hürde nicht überschreiten werden, werden nicht 50, sondern nur ca. 48 Prozent der abgegebenen gültigen Zweitstimmen notwendig sein, um eine Mehrheit der Sitze im Deutschen Bundestag zu erhalten. Im Moment ergäben sich damit folgende realistische Koalitionsmöglichkeiten:

  1. eine große Koalition (GroKo) aus CDU/CSU + SPD: knapp 63 %
  2. eine Jamaika-Koalition aus CDU/CSU + FDP + Grüne: gut 54 %
  3. Schwarz-Gelb (CDU/CSU + FDP): 46 – 47 %
  4. Schwarz-Grün (CDU/CSU + Grüne): ca. 45 – 46 %
  5. Rot–Rot–Grün (SPD + Die Linke + Grüne):  40 – 41 %
  6. eine Ampel-Koalition aus SPD + FDP + Grüne: 40 – 41 %
  7. Rot–Grün (SPD + Grüne): ca. 32 %

Eine Mehrheit hätte damit aktuell weiterhin nur eine weitere GroKo oder eine Jamaika-Koalition, beides unter Angela Merkel. Die einzigen weiteren Kombinationen, die zumindest in die Nähe der 48 Prozent kämen, sind Schwarz-Gelb und Schwarz-Grün, auch diese beide wiederum mit einer Kanzlerin Merkel. Martin Schulz und die SPD sind also von einer eigenen Kanzlerschaft derzeit Lichtjahre entfernt und vieles deutet darauf hin, dass dies in den kommenden Wochen nicht besser, sondern eher noch schlechter werden wird.

Martin Schulz: aus Plus-16 mach Minus-24

Wie stark all dies mit der Person von Martin Schulz, dem größten EU-Abkassierer von allen, zusammenhängt, zeigen folgende Zahlen. Ende Januar / Anfang Februar gaben im ARD-Deutschlandtrend (infratest dimap) auf die Frage, wem sie bei einer Direktwahl des Kanzlers die Stimme geben würden, 50 Prozent an: Martin Schulz und nur noch 34 Prozent: Angela Merkel. Gut vier Monate später aber hat sich dies vollkommen gedreht. Nur noch 29 Prozent der Wähler wollen Martin Schulz als Kanzler, 53 Prozent wollen Angela Merkel behalten. Aus einem Plus von 16 Punkten machte Martin Schulz innerhalb weniger Monate ein Minus von 24 Punkten. Unglaublich!

Insofern ist selbst der SPD-Wohlwollende nicht wenig geneigt zu sagen: Ja, es hat sich wohl tatsächlich ausgeschulzt.

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Dieser Artikel erschien auch auf Epoch Times.

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Grafiken: (c) Jürgen Fritz

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