Das Dilemma der europäischen Moderne

Natürlich ist der eine und einzige Gott ein Konstrukt des menschlichen Geistes, ein Produkt seiner einzigartigen Phantasie, aber auch seiner tiefen Sehnsucht. Genau das macht die Kraft dieses Konstruktes aus. Natürlich ist der Mensch der Schöpfer und sind alle Götter seine Geschöpfe.

Aber der eine und einzige Gott ist zugleich eine Metapher für die (platonische) Idee des Guten, der sich der Mensch über die Hilfskonstruktion seines ihm selbst nachgebildeten Gottesbildes unterwerfen kann, indem er sein Geschöpf in seiner Vorstellung zum Schöpfer seiner selbst macht, um sich so etwas Größerem unterordnen, damit zugleich seiner eigenen Existenz eine Tiefendimension, Sinn und Orientierung geben zu können.

Mit dem Verlust dieser für die Gesellschaft nützlichen Fehlvorstellung ergeben sich schier unüberwindbare Probleme, wenn diese mit einer völlig anderen konfrontiert wird, welche einen solchen Gott noch hat, der – auch wenn anderes vorgegeben wird – nicht fest an die Idee des Guten gekoppelt ist, der zu dumm ist, diese überhaupt erkennen zu können. Inwiefern dazu gleich mehr.

Geistig einfacher gestrickte Menschen können natürlich nichts anfangen mit abstrakten ethischen oder gar metaphysischen Prinzipien, sie brauchen etwas Handfestes, etwas, das sie sich vorstellen können. Und was läge da näher als eine Vaterfigur, eine der frühesten, tief in unserer Seele verankerten Erfahrungen, jemand der uns in dieser nicht immer friedlichen und wohlwollenden Welt beschützt und der immer für uns da ist? Was für eine tiefe Sehnsucht in uns und was für eine Kraft eine solche Vorstellung in sich trägt!

Das Problem dabei ist, diejenigen, die kein positives Vaterbild haben, weil ihr eigener Vater alles andere als ein liebender Beschützer war, hilft das unter Umständen nicht so gut weiter. Bei manchen ist dieses Bild des liebenden, beschützenden Vaters gleichwohl tief in ihrer Seele verborgen. Andere aber verbinden mit diesem Bild des Vaters im Gegenteil ehr negative Assoziationen und können es dadurch schwerer haben, über so eine symbolische Figur den Zugang zum objektiv Guten zu finden.

Außerdem wurde und wird dieses Konstrukt, diese unglaublich mächtige Vorstellung permanent ausgenutzt, um Menschen klein zu halten, was immer schon Interesse der Mächtigen war. Ein besseres Instrument der Unterdrückung und Steuerung als ein einziger Gott, dessen Wille zu kennen, die Mächtigen zu wissen vorgeben – in Wahrheit bestimmen sie ihn natürlich -, kann es schwerlich geben.

Und intellegintere, kritisch denkende Menschen durchschauen diese ganze Konstruktion natürlich eher. Für sie ist es viel schwieriger, sich dieser nützlichen Selbstttäuschung hinzugeben. In der Verzweiflung mag es eher gelingen, ohne wird es für sie zumindest schwierig.

Andererseits – und das macht das Dilemma aus – geht ohne die Gottesvorstellung der Bezug zu einer höheren ontologischen Dimension und damit auch die Orientierung am objektiv Guten verloren, weil die Menge mit einem kategorischen Imperativ und Ideen, die nichts subjektiv Erzeugtes sind, die einen eigenständigen objektiven ontologischen Rang haben, nichts anfangen kann.

Braucht die Menge und die Gesellschaft aber letztlich nicht den einen und einzigen Gott der Orientierung, des Lebensgefühls wegen und auch um sich verbunden zu fühlen und eine gemeinsame Grundlage zu haben? 

Wenn ja, dann kommt es aber natürlich auf die Ausgestaltung des Gottesbildes an. Dieses muss an der ontologischen Idee des objektiv Guten ausgerichtet sein. Das heißt, die Philosophen müssen dies a) den Theologen so beibringen, dass diese sich nicht gegängelt fühlen, diese Ideen aber übernehmen und ihrem Gottesbild einverleiben, um es dann b) den Religionslehrern weiterzugeben, die es dann c) dem einfachen Volk entsprechend nahe bringen.

Nun aber sind wir mit Gesellschaften konfrontiert, die uns zu überrennen drohen, die noch einen einzigen Gott haben, deren Mitglieder einem ihrer religiös-politisch-totalitären Weltanschauung immanenten Programm (Dschihad) folgen, von dessen Existenz sie nicht einmal wissen, dem sie aber blind folgen. Dieser ihr Gott ist nicht an der Idee des Guten orientiert, sondern primär an Macht und Unterdrückung, an Ausbreitung des eigenen Systems und an der Kleinhaltung des Menschen, an der Knechtung seiner.

Dieser Gott ist primär ein dem Hegemon seine Macht sichernder solcher. Und in diesen Gesellschaften gibt es keine Philosophen, die den Theologen etwas beibringen könnten, damit diese es dann über die Religionslehrer dem einfachen Volk näherbringen.

Wir aber haben ohne eine Anbindung an eine höhere Sphäre diesem primitiven, machtversessenen und unterdrückerischen Gottesbild nichts entgegenzusetzen. That’s the problem, isn’t it?

Wir haben keine Sterne mehr über uns. Und wir haben nicht den einen Stern, der über allem leuchtet: die Idee des ontologisch objektiv Guten, metaphorisch verkörpert in dem liebenden, gütigen Gott. Sind wir deshalb Verlorene und das in mehrfacher Hinsicht?

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Martin Schulz – der größte Abkassierer von allen?

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In Talkshows, bei Reden und Interviews gibt Martin Schulz sich gerne als einfacher Mann aus dem Volk für das Volk und spricht am liebsten über „soziale Gerechtigkeit“. Dass er die Schule abgebrochen hat und Alkoholiker war, sollte man nicht gegen ihn einsetzen. Das ist unfair und gehört sich nicht. Es fällt aber auf, dass er selbst diese Fakten aus seiner Biographie gerne für sich einsetzt nach dem Motto: „Schaut mal, ich bin keiner aus dem abgehobenen Establishment, bin ein ganz einfacher Mann, halt nur mit frecher, großer Klappe, ansonsten genau wie ihr mit allen Schwächen und verdiene doch wie jeder Mensch eine zweite Chance.“

Nicht ungeschickt wie er sich inszeniert. Das kann er, keine Frage. Aber was für ein Mensch ist dieser Martin Schulz eigentlich?

Martin Schulz gehörte mehr als 20 Jahre lang zum vollkommen bürgerfernen EU-Establishment. Nun ist lange schon bekannt, dass nicht selten Politiker gerne dorthin abgeschoben werden, die mit ihrer politischen Karriere irgendwie durch sind, denen man dann noch ein paar Jahre die Gelegenheit geben will, nochmal richtig fett zu verdienen. Die Bild berichtete vor drei Jahren bereits:

dass rund 4.000 EU-Beamte mehr verdienen als der deutsche Bundeskanzler respektive die Kanzlerin (ca. 290.000 EUR jährlich brutto). Sie haben richtig gelesen: rund 4.000.

So ein Politiker, der am Ende seiner Karriere nach Straßburg bzw. Brüssel abgeschoben wird, ist Martin Schulz ja aber nun nicht. Bei ihm ist es genau umgekehrt: er kommt jetzt aus Straßburg, offizieller  Sitz des Europäischen Parlaments, bzw. Brüssel und Luxemburg, weitere Arbeitsorte, zurück nach Deutschland. Dort soll der kleine Buchhändler aus Würselen zuvor kräftig abgesahnt haben. Man geht davon aus, dass Schulz inzwischen Multi-Millionär ist.

„Wie das denn?“ werde Sie jetzt wahrscheinlich fragen. „Hat er denn eine eigene Firma aufgebaut und erfolgreich gemacht oder im Lotto gewonnen?“ – Nein, das beides nicht. Aber er hat als EU-krat glänzend verdient, mehr als alle Bundeskanzler, die wir je hatten. Aber betrachten wir das etwas genauer.

Schulz‘ Jahresverdienst als EU-Abgeordneter lag zunächst bei brutto etwas über 99.000 EUR jährliches Grundgehalt. Dieses musste natürlich versteuert werden. Wenn die Ehefrau von Martin Schulz keinen eigenen zusätzlichen Verdienst hat, gingen von den 99.000 EUR inklusive Soli etwa 25 bis 30 Prozent an Einkommensteuer ab. Hinzu kamen die Sozialversicherungsabgaben. Diese betragen laut Eurostat für EU-Beamte aber nicht wie für deutsche Sozialversicherungspflichtige ca. 20, sondern nur 12 Prozent.

„Hoppla“ werden Sie jetzt vielleicht denken, „warum denn so viel weniger?“. Nun das ist einer der vielen Vorzüge, die EU-Politiker und EU-Beamte genießen. Rechnet man Einkommensteuer und Sozialversicherung zusammen, kommt man auf grob 40 Prozent. Zieht man die von den 99.000 EUR jährlich ab, bleiben rund 60.000 EUR netto, also ca. 5.000 EUR im Monat.

„Das ist nicht wenig, aber davon wird man doch nicht Multimillionär“ werden Sie jetzt vielleicht denken. Richtig, aber das war ja auch nicht alles, was Martin Schulz verdiente. Das war nur sein steuerpflichtiges Grundgehalt. Richtig interessant wird es erst bei dem, was da oben drauf kam. Und das war einiges.

Zu dem a) Grundgehalt von über 99.000 EUR jährlich kam hinzu: b) eine sogenannte „allgemeine Kostenpauschale“ von über 51.500 EUR pro Jahr.

„Wofür ist denn diese allgemeine Kostenpauschale“ werden Sie jetzt wahrscheinlich fragen. Von diesem Geld konnte Schulz z.B. Büroeinrichtung kaufen oder es für Kfz-Kosten in Deutschland verwenden. Konnte wohlgemerkt, er musste das nicht und musste auch keinerlei Nachweise über Büroeinrichtungen oder Kfz-Kosten vorlegen. Diese gut 51.500 EUR bekam er wie andere EU-Politiker auch pauschal, ohne jeden Ausgabennachweis. Und steuer- und sozialabgabenfrei! Also netto. Über 51.500 EUR netto entsprechen aber fast 100.000 EUR brutto, die zusätzlich auf das Grundgehalt von über 99.000 EUR hinzukamen.

„Uih“ werden Sie jetzt vielleicht denken, „jetzt sieht die Sache natürlich schon völlig anders aus. Das ist ja zusammen fast das Doppelte des Grundgehaltes.“ Aber das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Als Parlamentspräsident, der Martin Schulz seit Januar 2012 war, hatte er nicht nur wie jeder EU-Abgeordnete einen Anspruch auf kostenfreie Büroräume in Straßburg bzw. Brüssel, er konnte ebenso die Räumlichkeiten des Deutschen Bundestages nutzen und hatte darüber hinaus Anspruch auf zwei Dienstwagen plus zwei Fahrer. Außerdem ein Extrabudget für persönliche Mitarbeiter. „Na das muss doch jetzt aber wirklich reichen“ werden Sie jetzt denken. Nö, das reichte noch lange nicht.

Martin Schulz erhielt als Parlamentspräsident zusätzlich zum a) Grundgehalt und zur b) allgemeinen Kostenpauschale c) eine Residenzzulage in Höhe von ca. 44.000 EUR jährlich. – Auch diese Zulage, Sie ahnen es schon, war steuer- und sozialversicherungsfrei, also zu hundert Prozent netto.

Doch auch damit noch nicht genug. Ein Präsident des Europäischen Parlaments muss diese ja auch adäquat repräsentieren.

Also erhielt Schulz all die Jahre auch noch d) eine Repräsentationszulage in Höhe von über 17.000 EUR pro Jahr. – Natürlich steuer- und abgabenfrei.

Rechnen wir das jetzt mal alles zusammen, dann kam Martin Schulz abgesehen von all den Vergünstigungen, Büroräumen, Dienstwagen, Fahrer, eigene Mitarbeiter etc. auf ein Nettoeinkommen von über 170.000 EUR jährlich.

Zum Vergleich: der deutsche Bundeskanzler erhält ca. 290.000 EUR pro Jahr brutto. Wenn Sie davon meinetwegen 40 bis 50 Prozent an Einkommensteuern und Abgaben abziehen, dann kommen Sie auf rund 150.000 bis 170.000 EUR jährlich netto.

Das heißt, Martin Schulz verdiente also die letzten fünf Jahre mehr als Angela Merkel, mehr als Gerhard Schröder, als Helmut Kohl, als Helmut Schmidt, als Willy Brandt usw. – Doch auch das reichte ihm offensichtlich noch nicht.

Zusätzlich zum a) Grundgehalt, b) der allgemeinen Kostenpauschale, c) der Residenzzulage, und d) der Repräsentationszulage erhielt er ab 2012 auch noch e) eine Sitzungspauschale von 304 EUR pro Tag. Diese Sitzungspauschale erhielt er als Präsident des Europäischen Parlaments i.G.z. den normalen Abgeordneten nicht nur an den tatsächlichen Sitzungstagen, an denen er teilgenommen hat, sondern jeden Tag. Und nicht nur von Montag bis Freitag, auch Samstag und Sonntag, auch an Feiertagen, auch wenn er krank war, auch im Urlaub.

Martin Schulz bekam die Sitzungspauschale an 365 Tagen im Jahr. Ergibt zusammen nochmals ca. 111.000 EUR pro Jahr.

„Aber die musste er dann doch wohl wenigstens versteuern“, denken Sie jetzt vielleicht. Würde ich auch denken. Dem war aber nicht so.

Auch diese 111.000 EUR waren komplett steuer- und abgabenfrei.

111.000 EUR netto entsprechen bei einer Steuer- und Abgabenquote von sagen wir 45 Prozent einem zusätzlichen Bruttoverdienst von über 200.000 EUR.

Zur Erinnerung, das Bruttoeinkommen des deutschen Bundeskanzlers beträgt 290.000 EUR. Allein die Sitzungspauschale von Schulz, die zum Grundgehalt, zur allgemeinen Kosten-, zur Residenz- und zur Repräsentationszulage nochmals oben draufkam, war also mehr als zwei Drittel des gesamten Bundeskanzlerverdienstes!

Rechnen wir jetzt alles zusammen, dann kam Martin Schulz, der kleine Buchhändler aus Würselen ohne richtigen Schulabschluss, als Präsident des Europäischen Parlaments auf über 280.000 EUR jährlich netto. Bei einer Steuer- und Abgabenquote von 45 Prozent entspricht dies brutto über 500.000 EUR.

Und die 18 Jahre zuvor als EU-Abgeordneter verdiente er ja auch alles andere als schlecht und hatte unzählige Vergünstigungen. Jetzt verstehen Sie wahrscheinlich, weshalb Martin Schulz Multi-Millionär sein dürfte.

Das Millionenvermögen von Martin Schulz kommt nicht aus einer erfolgreichen Arbeit als Unternehmer oder von einem Lottogewinn, sondern von den europäischen Steuerzahlern, insbesondere von den deutschen Steuerzahlern, die er zusammen mit den Grünen und Linken, darauf deutet vieles hin, zukünftig noch mehr schröpfen möchte.

Mag sein, dass von diesen über 280.000 EUR noch irgendwelche Dinge abgingen, die er kaufen musste, Büromöbel, neue schicke maßgeschneiderte Anzüge oder was auch immer. Aber Letzteres müssen andere auch kaufen und letztlich wissen wir das nicht, wo das Geld hinging.

Nun habe ich nicht grundsätzlich etwas dagegen, wenn Menschen, die aus einfachen Verhältnissen kommen, ich tue das selbst auch, es weit nach oben bringen, wenn sie sehr ehrgeizig sind und für sich selbst etwas erreichen wollen im Leben. Ich finde das grundsätzlich gut, wäre sogar bereit, das als eine Tugend anzusehen. Ein gesunder Ehrgeiz und auch ein gewisser Machtwille kann durchaus etwas Positives sein, wenn dabei nicht über Leichen gegangen wird.

Die Erfahrung zeigt aber, dass so ein extremer Aufstiegswille von Leuten, die von ganz unten kommen, nicht selten mit erheblichen charakterlichen Mängeln einhergeht. Ob das bei Martin Schulz der Fall ist, möge ein jeder für sich selbst beurteilen.

Aufschlussreich könnte hierbei folgender Sachverhalt sein. Als im April 2014 Journalisten von Report Mainz der Geschichte mit der steuer- und abgabenfreien Sitzungspauschale in Höhe von ca. 111.000 EUR jährlich auf die Schliche kamen und Schulz zur Rede stellen wollten (siehe das kurze Video unten), kanzelte Schulz den jungen Reporter zunächst recht hochmütig und barsch ab, nach dem Motto, er habe keine Ahnung und solle erstmal lernen, sauber zu recherchieren. Und schwupps hatte Schulz sich auch schon umgedreht und ging weg. Als der junge Reporter ihm nachrief, ob er diese zusätzlichen steuerfreien 111.000 EUR nicht erhalten würde, rief dieser zurück: „Nein!“. Das stimmt aber nicht. Schulz bezog diese 111.000 EUR jedes Jahr on Top fast zwei und ein viertel Jahre lang.

Erst im April 2014, als Reporter begannen, der Sache nachzugehen, ließ er diese steuerfreien Zusatzzahlungen der Sitzungspauschale einstellen, behauptete aber, er habe das schon zuvor angeordnet.

Gegenüber dem Journalisten von Report Mainz hatte er aber auch behauptet, diese Sitzungspauschale gar nicht zu beziehen. Hier sagte er offensichtlich nicht die (volle) Wahrheit. Und da kaum von einem Nichtwissen ausgegangen werden kann – er wusste ja wohl, dass er dieses Geld jeden Monat überwiesen bekam – stellt sich die Frage, ob er bewusst und gezielt gelogen hat und damit die Frage nach seiner Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit.

Aber wie sagte sein Kumpel Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, schon vor Jahren: „Wenn es eng wird, muss man lügen“.

Report Mainz fragte übrigens mehrfach nach, ob er seine Behauptung, schon zuvor angeordnet zu haben, diese Zusatzzahlungen der steuerfreien 111.000 EUR jährlich einzustellen, nicht irgendwie belegen könne. Es müsse doch irgendetwas dazu geben. Einen solchen Beleg legten Schulz und sein Büro aber niemals vor.

Warum nicht? – Und warum wurde niemals eine Gegendarstellung verlangt? – Vor allem aber: Warum fand er selbst das die Jahre zuvor nicht anstößig, diese 111.000 EUR pro Jahr steuer- und abgabenfrei auch noch zusätzlich zu seinem Monstergehalt einzukassieren, als ihm noch niemand auf die Schliche gekommen war?

Für die SPD mag all das keinerlei Rolle spielen. Sie haben ihren neuen Hoffnungsträger, der ihnen ein paar Prozentpünktchen mehr einzubringen verspricht als der unbeliebte Sigmar Gabriel, den die Leute schon kannten und wussten, was sie von ihm zu halten haben. Martin Schulz kennen die Deutschen bisher kaum. Dies sollten kritische und investigative Journalisten, die anders agieren als die artige Anne Will – selbst absolute Top-Verdienerin und Teil des Establishments – ändern.

Das Einzige, was für die SPD zählen dürfte, ist wohl, ob sie jemand aus dem 20 Prozent-Tal der Tränen rausholen kann. Wer und wie, wird ihnen letztlich egal sein. Die Genossen waren da noch nie kleinlich. Doch uns Bürgern und Wählern sollte das nicht egal sein.

Die Leute sollen wissen, mit was für einem Mann sie es hier zu tun haben, der vor Selbstbewusstsein (oder Selbstüberschätzung?) nur so strotzt, sich schon als den kommenden, als den idealen Kanzler sieht, der sich als integerer Anwalt der kleinen Leute aufspielt, in Wirklichkeit aber einer der größten Abkassierer von allen gewesen zu sein scheint.

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Filmausschnitt (2:47 Min.): Was ARD REPORT MAINZ recherchiert hat

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Weitere Quellen:

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Foto: screenshot youtube

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Dieser Artikel erschien auch auf The European – Das Debatten-Magazin  (dort über 150.000 Leser), auf Philosophia perennis (über 80.000 Leser) und auf Epoch Times (über 25.000 Leser), wurde insgesamt also weit über ein viertel Million mal gelesen.

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Mein Artikel und meine Recherchen wurden inzwischen im TV von „Der fehlende Part“ aufgegriffen und sehr gut weiterentwickelt (absolut sehenswert!):

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Handelt der Nächstenliebe praktizierende Gottgläubige letztlich doch nur egoistisch?

„Alles, was außer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes“

notierte Immanuel Kant in seiner Schrift „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“, in welcher er übrigens den Islam als „ethisch minderwertig“ einstufte. Kant kritisierte hier eine Art der Frömmigkeit, bei der sich der Gläubige dem (eingebildeten) Gott, Allah, durch gehorsame Dienstwilligkeit und Einhaltung aller möglichen Vorschriften als wohlgefälliger Untertan anzudienen versucht, um dessen Zuneigung zu erheischen.

Gebete, Selbstkasteiungen, Wallfahrten, penible Riten und Kulthandlungen werden als Mittel zur „Entsündigung“ eingesetzt, in der Hoffnung durch solche Praktiken Punkte fürs Paradies zu sammeln. Ein im Grunde kapitalistisches Denken (Mohammed war, so wird berichtet, Kaufmann, bevor er sich zum Propheten berufen fühlte): Mit jeder guten respektive Allah wohlgefälligen Tat spart man ein Guthaben im Himmel an, auf welches man über Zins und Zineszins langfristig eine optimale Rendite erwirtschaftet und im wahrsten Sinne des Wortes das Geschäft seines Lebens macht.

Dass solche Vorstellungen recht infantil anmuten und in die Sphäre einer primitiven Vorstellungswelt zu verweisen sind, erscheint evident und soll hier nicht weiter erläutert werden. Einzelheiten dazu siehe hier. Stattdessen möchte ich mit Kants Diktum eine noch viel interessantere Frage aufgreifen und noch etwas tiefer nach der Motivation fragen, einen guten Lebenswandel zu führen. Warum soll man sich darum bemühen? Geht es dabei wirklich darum, Gott wohlgefällig  zu sein und wenn ja wozu? Oder geht es, um von wahrer Sittlichkeit zu sprechen, letztlich um etwas ganz anderes?

Wenn ein Gottgläubiger sich bemüht, ein gutes Leben zu führen, wenn er versucht, ein guter Mensch zu sein und insbesondere christliche Nächstenliebe zu praktizieren, handelt es sich auch hier quasi um einen Egoismus auf höherer Ebene?

Stellen wir uns, um dem auf den Grund zu gehen, vor, den Gott der Vorstellungswelt des an ihn Glaubenden gäbe es tatsächlich in der realen Welt, nicht nur in seinem Kopf und seinem Herzen. Dies sei also kein reines Phantasiekonstrukt ohne Referenzobjekt in der Wirklichkeit. Dieser Gott würde ihm nun erscheinen und dem an ihn Glaubenden mitteilen, dass er dessen Seele nicht mehr erretten könne, da er selbst im Sterben liege. Oder aber der Gottgläubige würde merken, dass Gott inzwischen vollkommen dement wäre und nur noch wirres Zeug von sich gäbe sowie all seine Macht verloren hätte. Die Aussicht auf eine Belohnung für die praktizierte Nächstenliebe wäre also vollkommen dahin. Egal wie vorbildlich er sein Leben führte, es gäbe hierfür ab sofort keinerlei Belohnung mehr im Jenseits, keinerlei Aussicht, in den Himmel zu kommen, da es diesen von nun an nicht mehr gäbe.

Wenn er dann gleichwohl weiterhin Nächstenliebe praktizierte, rein intrinsich motiviert, einfach weil er es kraft seiner subjektiven Vernunftfähigkeit als objektiv richtig ansähe, so zu handeln, und er sich sagte, dass es keinerlei vernünftigen Grund gäbe, ein schlechtes Leben zu führen und ein schlechter Mensch zu sein, wenn es ihm möglich sei, ein gutes solches zu führen – wohlgemerkt ein gutes, nicht ein angenehmes! -, würde er nicht dann erst seinen Egoismus transzendieren?

Wenn er aber umgekehrt fortan davon abließe, ein von Nächstenliebe geprägtes Leben zu führen, da er ja keinerlei persönlichen Vorteil mehr darin sähe, wäre er dann letztlich nicht immer schon ein auf Belohnung bedachter Egoist gewesen (Stufe 2 oder 3 in Kohlbergs Sechs-Stufen-Modell der geistig-moralischen Entwicklung des Menschen)? Wäre er dann im Grunde geistig-sittlich nicht ein unreifes Kind, welches solange artig war und tat, was der Übervater anordnete, solange es hoffen durfte, dadurch Strafe zu vermeiden und hierfür zu einem späteren Zeitpunkt belohnt zu werden (Kapitalrückzahlung plus Zins und Zinseszins bei optimaler Rendite)?

Widerspräche dies aber nicht der Würde des Menschen, sprich kein Befehle ausführender Knecht zu sein, sondern vielmehr ein autonomes Wesen, welches über sich selbst zu bestimmen in der Lage ist, dies aber, um dieser Würde gerecht zu werden, nach höheren ethischen Prinzipien und Werten?

Wenn dem so ist, haben solche rein extrinsisch motivierten Handlungen überhaupt irgendeinen sittlichen Wert in sich oder sind sie letztlich nichts anderes als dem Gehorsam, der Angst (vor Strafe) und dem Eigennutz geschuldet und damit ohne jeden tieferen inneren Wert?

Der Unterschied zwischen einem liberalen, rechten Intellektuellen und einem linken Pseudo-Intellektuellen

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Der liberale, rechte Intellektuelle kann das Weltbild des Linken leicht erklären, was zugegebenermaßen auch nicht sehr schwierig ist, ist dieses doch recht simpel. Umgekehrt kann der linke Pseudo-Intellektuelle das des liberalen, rechten Intellektuellen zumeist nicht einmal ansatzweise erklären, da er es gar nicht versteht.

Ja, mehr noch, der linke Pseudo-Intellektuelle versteht im Grunde nicht einmal sein eigenes Weltbild. Meist weiß er nicht einmal, was er redet, weil er schon seine eigenen Grundbegriffe, insbesondere den der Gleichheit (kein zwei-, sondern ein dreistelliger Prädikator), gar nicht versteht, während der liberale, rechte Intellektuelle nicht nur das eigene und das linke Weltbild in der Tiefe versteht, sondern auch weiß, warum jenes rchtig, dieses aber falsch ist.

Außerdem denkt er nicht nur in der Horizontalen, sondern auch in der Vertikalen, während das Denken des linken Pseudo-Intellektuellen, der ja jegliche Hierarchien und jegliche Unterschiede in der Wertigkeit, jegliche Vertikalität a priori ablehnt, immer in der Ebene, mithin eindimensional und flach bleibt.

Die beiden sind eben alles andere als gleich. 

Da inzwischen oft nicht mehr ganz klar ist, was mit (politisch) links und vor allem rechts gemeint ist, hier eine kurze Erläuterung aus dem Politiklexikon für junge Leute:

Rechts steht für ein Demokratieverständnis, bei dem innerhalb der Demokratie die individuellen Freiheiten wichtiger sind als Gleichheit (im Ergebnis, welches zumeist nur über Zwang, also das Gegenteil von Liberalität, hergestellt werden kann, jf).

Links bedeutet, dass mehr (soziale und politische) Gleichheit (nicht in den Rechten, sondern im Ergebnis, jf) angestrebt wird, manchmal auch auf Kosten individueller Freiheiten.“

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Foto: pixabay, CC0 Public Domain

Wenn Sozis von „Gerechtigkeit“ sprechen

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Wenn Sozis, die eher selten Aristoteles-Leser sind, von „Gerechtigkeit“ reden, dann meinen sie zumeist ein Mehr an Zwangsenteignungen von Bürgern.

In Wahrheit hat dies natürlich weniger mit Gerechtigkeit zu tun als vielmehr mit noch mehr Eingriffen in Eigentumsrechte, nicht nur zur notwendigen Finanzierung von unabdingbar staatlichen Aufgaben – Polizei und Bundeswehr (innere und äußere Sicherheit als originäre Aufgabe eines jeden Staates), Verwaltung, Infrastruktur, Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser, Kulturförderung etc. -, sondern auch zur verstärkten Umverteilung von Vermögen, mit Zwang, mit mehr Eingriffen in Menschenrechte (Art. 17 der Menschenrechtscharta: Recht auf Eigentum) und mit einem Gleichheitsfetisch bezogen nicht auf gleiche Rechte für alle, sondern auf gleiche Endzustände, mithin einer Negation der Natur selbst und schweren Minderwertigkeitsgefühlen, der Unfähigkeit des Aushaltens von natürlichen Ungleichheiten bezogen nicht auf die Rechte des Einzelnen, sondern auf sein Sein, aus welchem unweigerlich auch eine Ungleichheit im Haben resultiert, so man hier nicht mit Gewalt und mit Zwang massivst eingreift, sowie einer Instrumentalisierung dieser Minderwertigkeitsgefühle durch politische Akteure, die diese Emotionen geschickt aufgreifen, gezielt anheizen und für sich persönlich in der Rolle des Volkstribuns nutzbar machen, nicht selten, um sich dabei persönlich zu bereichern, siehe beispielsweise Genosse Schulz oder Genossin Hohmann-Dennhardt.

Insofern schlage ich der Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit wegen eine Namensänderung vor

  • von SPD in Zwanghafte Umverteilungspartei Deutschlands (ZUD) und
  • von DIE LINKE in Extrem zwanghafte Umverteilungspartei (EZU). Falls Letzterer dieser Name zu wenig griffig sein sollte, dann ginge natürlich auch Die Zwangspartei oder noch kürzer und eleganter DIE ZWANGHAFTE.

Es gibt übrigens einen Bereich, in welchem die hier etwas kürzer Weggekommenen dies selbst gar nicht so empfinden, wie schon René Descartes (1596 – 1650) festgestellt hatte, so dass hier keinerlei Umverteilungen nötig, zumindest aber nicht erwünscht sind.

„Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“ – René Descartes

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Foto: pixabay CC0 Public Domain

Warum Linksfaschisten als I-Nazis bezeichnet werden können

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„Nie wieder Faschismus“ sagt der Faschist, um sich eine pseudomoralische Legitimation zu verschaffen, damit er andere, die er ausmerzen möchte, guten Gewissens liquidieren und sich dabei sogar noch als Held fühlen kann, dieser Heuchler, der strenggenommen nicht einmal lügt, weil sein gesamtes Wesen bis ins innerste seiner Seele so sehr zur Unwahrhaftigkeit geronnen ist, dass er selbst eine einzige wandelnde Lüge darstellt, mithin andere gar nicht mehr bewusst und gezielt zu täuschen braucht, da er ja schon sich selbst belügt, sich selbst etwas vormacht, seine eigene Lügen selber glaubt und folglich einfach nur noch sein muss, was er ist, was er geworden und wozu er alle anderen auch machen will: zu einem linken Faschisten, einem I-Nazi.

Was ist aber nun der tiefere Grund, warum ich von I-Nazis spreche?

Zunächst einmal ist es rein sprachlich natürlich korrekt von I-Nazis zu reden als Abkürzung für: Internationalsozialisten als Pendant zu den Nationalsozialisten. Doch das ist nur der eine, der oberflächliche Grund. Es gibt noch einen zweiten, tieferen solchen.

Solange die Verwandtschaft zwischen politisch linksextrem und rechtsextrem nicht verstanden ist, ist überhaupt sehr wenig verstanden. Ich zitiere im folgenden aus: Peter Sloterdijk, Zorn und Zeit. Und hier aus Kapitel 3: „Die thymotische Revolution – Von der kommunistischen Weltbank des Zorns“:

„Schon 1918 hatte Lenin sich zu dem Dogma bekannt, der Kampf gegen die Barbarei dürfe vor barbarischen Methoden nicht zurückschrecken. Mit dieser Wendung nahm er die anarchistische Veräußerlichung des Schreckens in den Kommunismus auf.

Als erste explizite Aufhebung des fünften Gebots ‚Du sollst nicht töten‘ führte die Leninsche Lehre von der Notwendigkeit revolutionärer Brutalität zum offenen, obschon noch als provisorisch ausgegebenen Bruch mit der jüdischen, christlichen und zivilen Moraltradition des alten Europa.

Lenins Direktiven vom Spätherbst 1917 an lösten die ersten authentisch faschistischen Initiativen des 20. Jahrhunderts aus. Ihnen gegenüber konnten Mussolini und dessen Klone sich nur noch epigonal verhalten.“ (S. 227 ff.)

Oder kurz: Ob links- oder rechtsextrem, es ist alles der gleiche Dreck. Beiden liegt eine tiefe Menschenverachtung zu Grunde. Menschen werden vollständig instrumentalisiert, werden in ihren elementarsten Menschenrechten, werden in ihrer Würde (Selbstbestimmungsfähigkeit) verletzt.

Und der Rechtsextremismus und seine Brutalität war eine Antwort auf den Linksextremismus und dessen Brutalität. Beide verstoßen gegen den kategorischen Imperativ, die wohl beste Grundlage jeder Ethik und jeder ethisch legitimierten Moral:

„Handle so, dass du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst.“ (Selbstzweckformel bzw. Instrumentalisierungsverbot, Verbot den anderen als reines Mittel zum Zweck zu benutzen, ihn zum Ding zu degradieren).

SPD überholt CDU/CSU, Rot-Rot-Grün mit hauchdünner Mehrheit?

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Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Droht jetzt der Supergau: Rot-Rot-Grün?

Es hatte sich die letzten Tage schon angedeutet, dass die SPD seit der Nominierung ihres neuen Kanzler-Kandidaten Martin Schulz immer mehr zulegt und der CDU/CSU ständig näher kommt, aber dass sie sie gar überholen könnte, hätte noch vor zwei Wochen kaum jemand für möglich gehalten. Doch nun könnte das Undenkbare tatsächlich geschehen. Man wird noch abwarten müssen, was die anderen Umfrageinstitute die nächsten Tage und Wochen ermitteln, aber

bei INSA hat die SPD jetzt erstmals die Union überholt.

In der heute veröffentlichten Umfrage, bei der mehr als 2.042 Personen im Internet im Zeitraum vom 03.02. bis 06.02. befragt wurden, kommt die SPD auf 31 Prozent, die CDU + CSU dagegen nur noch auf 30 Prozent.

Innerhalb von nur zwei Wochen können die Sozis, die bei nur 21 Prozent lagen, um sage und schreibe 10 Prozentpunkte zulegen. Ob das…

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